Rheingau-Taunus. Die Landesregierung rechnet damit, dass über das Soforthilfeprogramm, mit dem die Aufarbeitung der Windwurfschäden finanziell unterstützt wird, die durch den Gewittersturm „Erik“ in der Nacht zum 1. August 2017 entstanden sind, rund 390.000 Euro abgerufen werden. Dies hat die Landtagsabgeordnete Petra Müller-Klepper auf ihre Anfrage vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz erfahren. Sie hatte sich bei Ministerin Priska Hinz dafür eingesetzt, dass das Land den betroffenen Kommunen bei der Bewältigung der Folgen des außerordentlichen Schadensereignisses unter die Arme greift und hiermit ein Anliegen der Bürgermeister von Oestrich-Winkel, Eltville und Schlangenbad, Michael Heil, Patrick Kunkel und Michael Schlepper aufgegriffen.

„Insbesondere für den Bereich des Forstamtes Rüdesheim, zu dem die sieben Rheingauer Städte und Gemeinden sowie Schlangenbad gehören, ist das Programm eine wirksame Hilfe. Sie werden den größten Teil der Mittel erhalten“, erklärte die CDU-Politikerin. Das Land stelle nach der Sturmschadensrichtlinie „Erik“, die am 12. Dezember 2017 in Kraft getreten ist, pro Festmeter aufgearbeitetes Schadholz einen Zuschuss von 3 Euro bereit.

„Die Schadensmeldung der von Hessen Forst betreuten Betriebe zeigt, dass nahezu nur der Rheingau-Taunus und hier schwerpunktmäßig der Rheingau vom Sturm Erik gebeutelt worden ist und sich das Schadensereignis auf unsere Region konzentriert hat“, erläuterte Petra Müller-Klepper. Die Übersicht weise eine Gesamtschadenssumme von 130.450 Festmetern aus. Dementsprechend werde derzeit die Gesamtfördersumme auf 391.350 Euro geschätzt. Rund 78 Prozent der Schäden seien mit 101.450 Festmetern im Bereich des Forstamtes Rüdesheim entstanden. Nach gegenwärtigen Stand sei davon auszugehen, dass eine Hilfestellung von insgesamt 304.350 Euro in den Rheingau und nach Schlangenbad fließen werde.

„Am stärksten ist mit 38.000 gemeldeten Festmetern die Gemeinde Kiedrich betroffen, gefolgt von Eltville mit 29.000 und Oestrich-Winkel mit 27.000 Festmetern“, so Petra Müller-Klepper. Im Gemeindewald von Schlangenbad seien 4.000 Festmeter Schadholz zu verzeichnen, in Geisenheim 1.800 und in Rüdesheim 1.650 Festmeter.

Für den Bereich des Forstamtes Chausseehaus wurden Meldungen in einer Gesamthöhe von 18.500 Festmetern abgegeben. „Demnach beläuft sich der Schaden im Kommunalwald von Taunusstein auf 9.000, in Idstein auf 7.000 und in Niedernhausen auf 2.500 Festmeter“, so die Abgeordnete. Im Gemeindewald von Hünstetten, das zum Bereich des Forstamtes Bad Schwalbach gehört, hat der Sturm 4.000 Festmeter Schadholz verursacht.

Außerhalb des Rheingau-Taunus-Kreises seien nur noch im Bereich des Forstamtes Weilmünster – im Kommunalwald von Villmar – Schäden in Höhe von 1.500 Festmetern entstanden. Von privaten Waldbesitzern wurden Schäden von insgesamt 5.000 Festmetern gemeldet.

„Die Landesregierung hilft zügig und in einem vereinfachten Bewilligungsverfahren unbürokratisch. Das für den Wald und die Forstwirtschaft zuständige Ministerium trägt durch das Sonderprogramm, das aus der Walderhaltungsabgabe finanziert wird, der schwierigen Situation Rechnung, in die die Kommunen unverschuldet geraten sind“, begrüßte Petra Müller-Klepper. Parallel prüfe das Innenministerium, ob die betroffenen Kommunen durch eine Zuweisung aus dem Landesausgleichsstock unterstützt werden können. Zudem sei bereits der Schlangenbader Tennisclub mit einer Landeszuwendung in Höhe von 10.000 Euro bei der Bewältigung der Schäden unterstützt worden, die der Gewittersturm an der Tennisanlage des Vereins angerichtet habe.

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