Hilfetelefon rund um die Uhr

Rheingau-Taunus. Im Rheingau-Taunus sind 2016 insgesamt 181 Fälle häuslicher Gewalt erfasst worden, 8 mehr als im Vorjahr. Hierauf macht die Landtagsabgeordnete und Landesvorsitzende der Frauen Union Hessen, Petra Müller-Klepper, anlässlich des Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen aufmerksam, der am 25. November begangen wird.

Bei dem ganz überwiegenden Teil der Straftaten - nämlich 131 Fällen - handele es sich um Körperverletzungs­delikte. In 110 Fällen sei eine leichte Körperverletzung erfolgt, in 21 Fällen eine gefährliche. Weitere, mehrfach begangene Straftaten seien den Deliktsfeldern Bedrohung, Nötigung, Freiheitsberaubung und Stalking zuzuordnen.

"Diese Zahlen der Polizeidirektion Rheingau-Taunus belegen, dass auch in unserer Region häusliche Gewalt kein Einzelschicksal ist. Opfer der häuslichen Gewalt sind insbesondere Frauen, die vom Ehemann, Freund oder Lebenspartner misshandelt werden, und direkt oder indirekt auch deren Kinder, die diese Gewalt miterleben müssen."

Der Schutz vor Gewalt müsse weiter verbessert werden. Das Land habe mit der Bereitstellung zusätzlicher Mittel zur Beratung und Unterstützung der Opfer sexueller und häuslicher Gewalt einen wichtigen und richtigen Schritt getan. Im Sozialbudget, dass seit 2015 aufgelegt werde, sei hierauf ein Schwerpunkt gesetzt. So erhalte das Frauenhaus des Caritasverbandes in Bad Schwalbach wieder Landesmittel. Ebenso werde die Beratungs- und Interventionsstelle zum Schutz vor häuslicher Gewalt und vor sexualisierter Gewalt unterstützt.

Jeder einzelne Fall zeige, dass alle Anstrengungen der Prävention und für ein entschiedenes Vorgehen gegen häusliche Gewalt mehr als berechtigt seien und intensiv fortgesetzt werden müssten. "Häusliche Gewalt kommt in allen Gesellschaftsschichten vor und ist die häufigste Ursache von Verletzungen bei Frauen, häufiger als Verkehrsunfälle, Überfälle oder Vergewaltigungen zusammen", erklärte die CDU-Politikerin. Rund 25 Prozent aller Frauen hierzulande hätten bereits Formen körperlicher oder sexueller Gewalt oder beides erlebt.

Es sei davon auszugehen, dass es weiterhin eine hohe Dunkelziffer in diesem Bereich gebe. "Deshalb ist es ganz entscheidend, betroffene Frauen zu ermutigen, häusliche Gewalt zur Anzeige zu bringen und den Teufelskreis des Schweigens zu durchbrechen." Viele betroffene Frauen schwiegen aus Scham oder suchten zum Teil die Schuld sogar bei sich selbst. Hinzu komme die Angst, nach einer Anzeige plötzlich allein da zu stehen, ohne Geld und Wohnung.

Hessenweit ist die Zahl der Fälle häuslicher Gewalt gestiegen. "2015 wurden in Hessen 7.732 Fälle häuslicher Gewalt erfasst, 2016 waren es laut der Polizeilichen Kriminalstatistik 8.216 - 6,3 % Prozent mehr", so Petra Müller-Klepper. Häusliche Gewalt umfasse neben Körperverletzungsdelikten, die 2016 mit 6.354 Fällen wie in den Jahren zuvor den größten Anteil darstellten, auch Straftaten gegen das Leben, Bedrohung, Beleidigung und Sachbeschädigung.

Die Zahl der Stalking-Fälle ist landesweit von 1.134 Fällen auf 1.067 Fälle gesunken (-6 Prozent). "Am häufigsten werden Frauen nach einer Trennung oder Scheidung verfolgt. Jede vierte Betroffene berichtet von Nachstellungen, Androhungen von Gewalt oder Gewalt durch den Ex-Partner", erläuterte die Abgeordnete.

Hessen verfüge über ein ausdifferenziertes Netz an Unterstützungseinrichtungen. In den Frauenhäusern und bei den Interventions- und Frauenberatungsstellen fänden Opfer Gehör, Rat und Hilfe. Als Anlaufstelle steht darüber hinaus rund um die Uhr das bundesweite Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" unter der Nummer 08000 - 116 016 zur Verfügung. Qualifizierte Beraterinnen bieten kompetente Erstberatung an und vermitteln zur weiteren Betreuung an Unterstützungseinrichtungen vor Ort.

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