Müller-Klepper und Beuth: „Verlagerung auf Straßen im Kreis nicht verkraftbar“

Rheingau-Taunus. Die Landtagsabgeordneten Petra Müller-Klepper und Peter Beuth fordern, dass die Pläne und das Verfahren für die Einführung eines Durchfahrtsverbots für Lkws über 3,5 Tonnen für den Durchgangsverkehr in Wiesbaden nicht weiterverfolgt werden. „"Es kann und darf nicht sein, dass Wiesbaden sein Problem der hohen Stickoxid- und Feinstaubbelastung auf dem Rücken unserer Region lösen will. Indem Wiesbaden dicht macht, wird der Lkw-Verkehr zum Großteil auf die Straßen im Rheingau-Taunus ausweichen müssen. Diese Verlagerung ist nicht hinnehmbar", erklärten die CDU-Politiker. Sie haben Verkehrsminister Tarek Al-Wazir und Umweltministerin Priska Hinz in einem Schreiben auf „die gravierenden negativen Auswirkungen auf den Kreis“ aufmerksam gemacht, die ein Lkw-Durchfahrtsverbot unweigerlich nach sich ziehen werde, und gebeten, die Pläne der Stadt Wiesbaden nicht zu unterstützen.

Müller-Klepper und Beuth untermauern ihre Forderung und Kritik mit der so genannten ergänzenden verkehrlichen Untersuchung, die im Auftrag der Stadt Wiesbaden erfolgt ist, und deren Ergebnisse nun vorliegen. „Die Studie dokumentiert das Ausmaß der zusätzlichen Belastungen, die auf den Rheingau-Taunus und seine Bevölkerung zukommen werden. Da die betreffenden Verkehrsachsen ohnehin bereits massiv belastet sind, ist ein weiterer Anstieg der Verkehre und erst recht des Schwerverkehrs nicht verkraftbar“, so die Abgeordneten.

Die Modellrechnung zeige auf, dass bei Einführung eines Lkw-Durchfahrtsverbots auf der B 260 mit einer täglichen zusätzlichen Belastung zwischen 176 und 283 Fahrzeugen gerechnet werden müsse. „In den Ortsdurchfahrten von Martinsthal und Wambach leidet die Bevölkerung heute schon unter einer unerträglichen Verkehrsbelastung, weshalb wir jeweils für eine Umgehungslösung kämpfen. Durch Martinsthal fahren täglich rund 15.000 Fahrzeuge, in Wambach sind es rund 16.500. Ein Anstieg durch ein Lkw-Durchfahrtsverbot in Wiesbaden würde die Situation nochmal verschärfen“, mahnt Petra Müller-Klepper. Auch die Situation in der Ortsdurchfahrt Bad Schwalbach im Zuge der B 275 werde sich mit zusätzlichen 104 LKWs deutlich verschlechtern.

Die tägliche Mehrbelastung durch zusätzliche Schwerlastverkehre auf der B 275 liege in der Ortsdurchfahrt von Taunusstein-Neuhof bei 110, in Wehen bei 116 und in Bleidenstadt bei bis zu 195 Fahrzeugen, erläutert Peter Beuth. In der Ortsdurchfahrt der K 703 in Seitzenhahn wäre täglich mit zusätzlich 91 Fahrzeugen zu rechnen. Die Mehrbelastung auf der B 275 zwischen der B 417 bei Taunusstein-Neuhof werde mit 26 Fahrzeugen pro Tag betragen.

Die beiden Abgeordneten weisen die Minister in ihrem Schreiben darauf hin, dass sich durch ein Lkw-Durchfahrtsverbot und die Verlagerung von Wiesbaden auf den Kreis die Umweltprobleme nicht lösen lassen. „Es wird kein Verkehr reduziert, sondern die Stickoxid-, Feinstaub und -lärmbelastung von Wiesbaden in das Umland verlagert.“ Wiesbaden sei gefordert, seine Hausaufgaben zu machen und die schwierige Situation durch interne Maßnahmen in den Griff zu bekomme. „Alles andere wäre ein mehr als unfreundlicher Akt gegenüber uns Nachbarn, für den wir nicht nur kein Verständnis haben, sondern gegen den die Region sich wehren wird“, so Müller-Klepper und Beuth.

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