Fördervolumen von gut 420.000 Euro beantragt

Rheingau-Taunus. Die Landesregierung unterstützt mit einem Soforthilfeprogramm finanziell die Aufarbeitung der Windwurfschäden, die durch den Gewittersturm „Erik“ in der Nacht zum 1. August 2017 entstanden sind. „Ein Teil der Bescheide wurde bereits in den vergangenen Wochen versandt, ein Teil aktuell übergeben. Weitere Anträge sind noch in der Bearbeitung. Insgesamt beträgt die gemeldete Gesamtschadenssumme 140.012 Meter Schadholz. Hiervon entfällt der Löwenanteil – nämlich 126.626 Festmeter - auf den Rheingau-Taunus“, teilte die Landtagsabgeordnete Petra Müller-Klepper anlässlich der Aushändigung von drei Bewilligungen an die Kommunen Kiedrich, Eltville und Oestrich-Winkel mit. Sie hatte sich bei Ministerin Priska Hinz dafür eingesetzt, dass das Land den betroffenen Kommunen bei der Bewältigung der Folgen des außerordentlichen Schadensereignisses unter die Arme greift.

Das Land stelle nach der Sturmschadensrichtlinie „Erik“ pro Festmeter aufgearbeitetes Schadholz einen Zuschuss von 3 Euro bereit. „Ich bin zuversichtlich, dass letztlich alle 16 Anträge, die aus dem Rheingau-Taunus eingereicht wurden, bewilligt werden. Dann bedeutet dies eine Unterstützung in Höhe von 379.878 Euro, die in unseren Kreis fließt“, so die Abgeordnete. Wie sie auf ihre Anfrage vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz erfahren hat, beläuft sich die Gesamtsumme der beantragten Hilfen hessenweit auf 420.036 Euro.

73 Prozent der Schäden in Rheingau und Schlangenbad

Diese Zahlen verdeutlichten, dass nahezu nur der Rheingau-Taunus und hier schwerpunktmäßig der Rheingau vom Sturm Erik gebeutelt worden sei und „sich das Schadensereignis auf unsere Region konzentriert hat und das Landesprogramm gerade für uns eine wirksame Hilfe ist.“ Auf den Bereich des Forstamts Rüdesheim, zu dem die sieben Rheingauer Städte und Gemeinden sowie Schlangenbad gehören, entfielen 73 Prozent aller gemeldeten Schäden. Außerhalb des Rheingau-Taunus-Kreises seien nur noch aus dem Wiesbadener Wald Schäden von 7.886 Metern und in Isenburg von 5.500 Metern gemeldet worden.

Bis auf Lorch und Walluf, die vom Sturm nicht betroffen waren, haben alle Rheingauer Kommunen einen oder mehrere Anträge auf Unterstützung aus dem Soforthilfeprogramm gestellt, so Petra Müller-Klepper. Ebenso wurden von Schlangenbad, Niedernhausen, Idstein, Taunusstein und Hünstetten Mittel beantragt. „Am stärksten ist mit 38.645 gemeldeten Festmetern die Gemeinde Kiedrich betroffen, gefolgt von Eltville mit 27.483 und Oestrich-Winkel mit 26.871 Festmetern.“

Bewilligungen für den Rheingau

Kiedrich seien aktuell 115.935 Euro zur Verfügung gestellt worden, hiermit sei das Antragsverfahren für die Gemeinde abgeschlossen. Für Eltville und Oestrich-Winkel habe es jeweils aufgrund des ersten Antrags nun Mittel in Höhe von 40.005 Euro und 59.352 Euro gegeben. Beide Kommunen hätten aber im Mai noch Folgeanträge gestellt, aufgrund derer mit weiteren Bewilligungen zu rechnen sei.

Das Antragsverfahren für Rüdesheim sei abgeschlossen, die Stadt habe per Post eine Bewilligung über 5.682 Euro für 1.894 Meter Schadholz erhalten. Ebenso sei Geisenheim ein Bescheid über 6.654 Euro für 2.218 Meter Schadholz zugestellt worden. Ein zweiter Antrag der Hochschulstadt sei noch in Bearbeitung. Ebenfalls im Geschäftsgang befinde sich noch ein Antrag von Vitos Rheingau. Der Klinikträger auf dem Eichberg habe 861 Meter Schadholz gemeldet.

Bewilligungen für den Untertaunus

Mehrere Bewilligungen sind nach den Worten der Abgeordneten bereits in den Untertaunus gegangen. Der Gemeinde Schlangenbad wurde für die Aufarbeitung von 3.803 Metern Schadholz eine Hilfe von 11.409 Euro gewährt. Die Stadt Taunussstein hat für 7.453 Meter Schadholz 22.359 Euro aus dem Landesprogramm erhalten, die Gemeinde Niedernhausen für 2.448 Meter Schadholz 7.344 Euro. Noch in der Bearbeitung befindet sich ein Antrag der Gemeinde Hünstetten, die eine Schadensmenge von 7.424 Metern gemeldet hat.

„Die Landesregierung hilft zügig und in einem vereinfachten Bewilligungsverfahren unbürokratisch. Das für den Wald und die Forstwirtschaft zuständige Ministerium trägt durch das Sonderprogramm, das aus der Walderhaltungsabgabe finanziert wird, der schwierigen Situation Rechnung, in die die Kommunen unverschuldet geraten sind“, begrüßte Petra Müller-Klepper. Parallel prüfe das Innenministerium, ob die betroffenen Kommunen durch eine Zuweisung aus dem Landesausgleichsstock unterstützt werden können. Zudem sei bereits der Schlangenbader Tennisclub mit einer Landeszuwendung in Höhe von 10.000 Euro bei der Bewältigung der Schäden unterstützt worden, die der Gewittersturm an der Tennisanlage des Vereins angerichtet habe.

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