Müller-Klepper: Votum der Region berücksichtigen

Rheingau. Die neue Vias-Direktverbindung nach Frankfurt, die mit dem nächsten Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2018 starten wird, wird wie geplant zwischen Eltville und Frankfurt verkehren. Dies hat Prof. Knut Ringat, der Geschäftsführer und Sprecher des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV), der Landtagsabgeordneten Petra Müller-Klepper mitgeteilt. Sie hatte in einem Schreiben an ihn appelliert, dass der mittlere und untere Rheingau ebenfalls angebunden und alle Haltestellen auf der Rheingau-Linie angefahren werden.

In seiner Antwort führt der RMV-Geschäftsführer drei Gründe an, die für den Start der Züge in Eltville ausschlaggebend seien. Die Einführung der zusätzlichen Direktzüge erfolge durch den optimierten Einsatz der vorhandenen Anzahl von Fahrzeugen. „Wenn die Züge beispielsweise in Lorch starten würden, würden wir mehr Fahrzeuge benötigen. Diese sind kurzfristig weder im RMV-Gebiet noch andernorts verfügbar“, so Prof. Ringat.

Zum zweiten würden die Züge auf dem Abschnitt eingesetzt, der am stärksten nachgefragt werde, um die vorhandenen Züge zu entlasten. Die Fahrgastnachfrage steige auf der Rheingau-Linie in Richtung Frankfurt an und nehme in der Gegenrichtung ab. Als drittes nennt der Geschäftsführer betrieblich-infrastrukturelle Gründe. Zugfahrten könnten nur an ausgewählten Standorten beginnen bzw. enden. Dies sei in Eltville der Fall. Das Fahrtenangebot von allen Stationen der Rheingau-Linie sei mit dem bestehenden 30-Minutentakt bereits heute attraktiv. Dies zeige nicht zuletzt die hervorragende Nachfrageentwicklung. Mit einer nahezu Verdoppelung der Fahrgastzahlen gehöre die Rheingau-Linie zu den erfolgreichsten im RMV-Verbundgebiet.

Gerade die steigenden Fahrgastzahlen, die der RMV anführt, sind für Petra Müller-Klepper ein Argument, dass die Direktverbindung auf die gesamte Region ausgedehnt werden sollte. „Es besteht Bedarf – auch im unteren und mittleren Rheingau. Ein solcher Express, der eine Zeitersparnis von etwa zehn Minuten bedeutet, würde die Vias-Linie noch attraktiver und leistungsfähiger machen. So würden sich noch mehr Pendler für die Nutzung des ÖPNV entscheiden.“

Die Abgeordnete appelliert, das Thema nicht zu den Akten zu legen, sondern erneut zu prüfen und die Voraussetzungen für eine Anbindung der gesamten Region, beispielweise durch zusätzliche Fahrzeuge, zu schaffen. Sie weist darauf hin, dass die zusätzlich bestellten Zubringerbusse auf der Linie 171 zwischen Rüdesheim und Eltville zu den jeweiligen Direktzügen dann entfallen könnten.

„Die politischen Verantwortlichen aller Orten und Ebenen in der Region setzen sich unisono für die Ausdehnung auf den gesamten Rheingau ein“, so Petra Müller-Klepper Jüngst habe der Kreistag mit breiter Mehrheit einen entsprechenden Beschluss gefasst. Landrat Frank Kilian, den sie ebenfalls bereits im September um Unterstützung gebeten hatte, habe mitgeteilt, dass er bereits in einem regen Austausch mit dem RMV stehe. „Der RMV sollte auf das einhellige Votum der Region hören. Dies ist eine Chance, die Erfolgsgeschichte ‚Rheingau-Linie‘ um ein weiteres Kapitel zu ergänzen.“

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