Problemlösung bei Novellierung der Kompensations-Verordnung angestrebt
Müller-Klepper: Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft

Rheingau. Die Rückgewinnung verbuschter Flächen für den Weinbau durch Wiederanpflanzung von Reben soll erleichtert werden. Die Landtagsabgeordnete Petra Müller-Klepper setzt sich gemeinsam mit Vertretern der Rheingauer Winzerschaft dafür ein, dass bei der anstehenden Novellierung der Kompensations-Verordnung diesem Anliegen Rechnung getragen wird.

"Es ist von der Spitze des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz die Bereitschaft signalisiert worden, eine tragfähige Lösung zu finden", berichtet die CDU-Politikerin. Sie hatte in einem Schreiben Ministerin Hinz die Forderungen der Winzer übermittelt und unterstützt. In einem nächsten Schritt hatten die Weinbau-Vertreter bei einem Gespräch im Landtag Gelegenheit, Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser die Problemlage zu verdeutlichen. Anschließend haben sie ihre Änderungsvorschläge dem Ministerium vorgelegt.

"Die Winzer monieren, dass derzeit bei der Wiederbepflanzung verbuschter Flächen eine naturschutzrechtliche Abgabe entrichtet werden muss. Statt die Neuanlage von Rebflächen innerhalb des für Weinbau abgegrenzten Gebiets zu würdigen und zu unterstützen, wird dieses Engagement durch das Einholen einer naturschutzrechtlichen Genehmigung verbunden mit einer entsprechenden Kompensationszahlung konterkariert und behindert", erläuterte Petra Müller-Klepper.

Die Winzer leisteten - gerade im Bereich der Steillagen - einen wichtigen Beitrag zur Bewahrung und Pflege der Kulturlandschaft. "Weinbau und Naturschutz sind kein Widerspruch - im Gegenteil", betonte die Abgeordnete. Die Bewirtschaftung dieser Flächen sei arbeits- und kostenintensiv. Dieser besonderen Situation trage die Hessische Landesregierung dankenswerterweise durch die Steillagenförderung Rechnung. "Reaktivierungs-Initiativen, die eine Verbuschung rückgängig machen und damit die Flächen wieder dem Weinbau zuführen sowie den originären Landschaftscharakter wiederherstellen, verdienen ebenfalls eine Unterstützung und sollten nicht durch naturschutzrechtliche Restriktionen wie die Erhebung von Ausgleichsabgaben erschwert werden."

Petra Müller-Klepper wies darauf hin, dass ein großer Teil der Rheingauer Steillagen im Weltkulturerbe "Oberes Mittelrheintal" liege. Gerade hier sei es eine besondere Herausforderung, wenigstens den Status Quo zu halten und einzelne für die Kulturlandschaft bedeutende Bereiche wieder der Bestockung zuzuführen. "Die Hänge wurden seit Jahrhunderten weinbaulich genutzt. Wir sollten alles dafür tun, dass die alten Mauern und das Landschaftsbild soweit wie möglich erhalten bleiben." Die Unesco fordere zu Recht diese Anstrengung ein.

Die CDU-Politikerin hofft, dass die Änderungsvorschläge im Verordnungsentwurf Berücksichtigung finden werden. "Sollte dies nicht in ausreichendem Maße der Fall sein, besteht die Möglichkeit, sich im Zuge der Verbandsanhörung und ihrer Auswertung für eine Nachbesserung stark zu machen." Der Zeitplan des Ministeriums sehe vor, die Novellierung bis Jahresende abzuschließen.

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