Rheingau-Taunus. Das Land unterstützt die Beseitigung der Waldschäden und den Waldschutz im Rheingau-Taunus. Wie die Landtagsabgeordneten Petra Müller-Klepper und Peter Beuth mitteilen, setzt die Landesregierung einen 12-Punkte-Plan für den Erhalt der Wälder in Hessen um. „Seit dem Start des Programms im Spätsommer 2019 sind bis Mai 2020 Fördergelder in Höhe von 1.042.179 Euro an die kommunalen und privaten Waldbesitzer im Rheingau-Taunus ausbezahlt worden. Das Land unterstützt die Bewältigung von Schäden, die durch Stürme, Hitze, Trockenheit und Schädlinge entstanden sind, und fördert die Aufforstung der Wälder. Es stehen weitere Mittel bereit. Anträge können jederzeit gestellt werden“, erklärten die CDU-Politiker.

Die neue Extremwetterrichtlinie Wald, die Mitte September 2019 erlassen wurde und auf deren Basis Bemühungen zur Bewältigung der Folgen von Extremwetterereignissen im Wald unterstützt werden können, zeige positive Wirkung – im Kreis und hessenweit. Sie sei ein Schwerpunkt des Hilfspakets des Landes und werde zügig und unbürokratisch umgesetzt. Die Gelder können für die Räumung von Schadensflächen, verschiedene Waldschutzmaßnahmen, die Anlage von Holzlagerplätzen und Waldbrandschutzmaßnahmen verwendet werden.

„In diesem Jahr stehen Kassenmittel in Höhe von 11,5 Millionen Euro und Verpflichtungsermächtigungen in Höhe von 2,5 Millionen Euro zur Verfügung“, so die Abgeordneten. Es gebe keine Antragsfrist. Das Besondere sei, dass die Fördergelder auch rückwirkend für Maßnahmen beantragt werden könnten, die nach dem 1. Januar 2019 bereits durchgeführt worden seien.

Hilfe für Gemeinden und Privatwaldbesitzer
Wie die Abgeordneten von Umweltministerin Priska Hinz erfahren haben, ist das Gros der bereits ausgezahlten einen Million Euro, nämlich 1.022.528 Euro, an 15 Städte und Gemeinden im Rheingau-Taunus geflossen: nach Aarbergen (47.352 Euro), Bad Schwalbach (14.247), Eltville (35.349), Geisenheim (37.570), Heidenrod (88.155), Hohenstein (58.452), Hünstetten (124.942), Idstein (142.232), Kiedrich (21.038), Lorch (27.634), Niedernhausen (134.804), Oestrich-Winkel (27.451), Schlangenbad (40.379), Taunusstein (142.337) und Waldems (80.586). Darüber hinaus wurden 19.651 Euro an zwei private Waldbesitzer im Kreis ausbezahlt.

Gut die Hälfte der bisher bewilligten Fördergelder – nämlich 544.510 Euro – ist für die Räumung von Schadensflächen mit insgesamt 113.438 Festmeter Schadholz bestimmt. Die übrigen 497.669 Euro wurden für Waldschutz-Maßnahmen zur Bekämpfung von Schadorganismen durch Auffinden und Aufarbeitung von befallenem Holz bewilligt, um eine weitere Ausbreitung von Folgeschäden zu verhindern. Hier beläuft sich die Schadholzmenge auf 49.767 Festmeter.

Für einen gesunden, klimastabilen Wald
Bis zum Jahr 2023 investiere das Land mit seinem Maßnahmenpaket 200 Millionen Euro, um die nötigen Arbeiten in den hessischen Wäldern voranzubringen, so Müller-Klepper und Beuth. Dieses Geld komme sowohl dem Landesbetrieb Hessen-Forst als auch den vielen kommunalen und privaten Waldbesitzern zu Gute, die derzeit unter hoher Arbeitsbelastung und schwierigen Absatzbedingungen zu leiden hätten.

Die Hilfe sei dringend nötig. „Hitzeperioden, Sturmschäden, der Borkenkäfer haben den Wäldern - auch im Rheingau-Taunus - stark zugesetzt. Das Ökosystem Wald ist bedroht – und damit auch seine vielfältigen Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen. Es braucht Hilfe“, betonten die Abgeordneten. Der Wald sei Erholungsraum für die Menschen, Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen, sorge für gesunde Luft und sauberes Wasser, trage durch die Bindung von Kohlendioxid wesentlich zum Klimaschutz bei und sei auch als Wirtschaftsfaktor von Bedeutung. „Er spielt für unsere Existenz eine wichtige Rolle. Ihn zu bewahren, ist eine Gemeinschaftsaufgabe.“

Der Waldzustandsbericht konkretisiere die Handlungserfordernisse. Nach den Dürrejahren 2018 und 2019 sei laut Schätzung der Experten eine Schadfläche im hessischen Wald von 26.100 Hektar entstanden. Es werde davon ausgegangen, dass rund 50 Prozent der Fläche über Naturverjüngung bewaldet werden könnten.

Viele Flächen im Rheingau-Taunus und ganz Hessen müssten von Hessen Forst, den Gemeinden und Privatbesitzern neu bepflanzt werden. Bezüglich der Baumarten stelle das Land den Waldbesitzern flächenscharfe Planungshilfen für die Wiederbewaldung zur Verfügung. „Unser Wald muss widerstandsfähiger werden“, so Müller-Klepper und Beuth. Überall dort, wo bereits neue Bäume wachsen, würden deshalb vorhandene Baumarten ergänzt, um eine ausgewogene Baumartenmischung zu erreichen.

Ziel sei es auch, den Folgen des Klimawandels zu begegnen. Nachhaltig bewirtschaftete Wälder minderten das Risiko des Waldsterbens. Maßnahmen des Waldumbaus und der Wiederbewaldung würden in den kommenden Jahren zum zentralen Kern der forstlichen Förderung, um klimastabilere und standortgerechte Laub- oder Mischwälder aufzubauen.

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