Abgeordnete rufen zur Teilnahme auf – Bewerbungsfrist: 25. Oktober

Für 26 Bäche im Rheingau-Taunus besteht die Chance, ins neue Förderprogramm des Landes Hessen „100 Wilde Bäche für Hessen“ aufgenommen zu werden, mit dem Renaturierungsmaßnahmen unterstützt werden. Dies teilen die Landtagsabgeordneten Petra Müller-Klepper und Peter Beuth mit.

„100 Bäche in Hessen sollen modellhaft renaturiert werden. Das Umweltministerium hat 497 ausgewählt, die in Frage kommen. Darunter sind 26 Fließgewässer im Kreis – alle 17 Städte und Gemeinden sind bei der Vorauswahl dabei. Wir appellieren an sie, beim Teilnahmewettbewerb mitzumachen, damit unsere Region möglichst an mehreren Orten von der Initiative profitiert“, erklärten die CDU-Politiker. Sie ermuntern, dem Beispiel von Kiedrich zu folgen, das mit dem Kiedrichbach dabei sein möchte.

„Die Bäche sollen wieder natürlich und artenreich werden“, so die Abgeordneten. Gewässer seien wichtige Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Viele Bäche seien in der Vergangenheit ausgebaut, begradigt und in ein Betonbett gedrängt worden. Mit dem Programm werde den Gewässern wieder ein breites und unberührtes Ufer und ein natürliches Bachbett zurückgegeben, wo das Wasser frei fließen könne. Das diene auch dem Hochwasserschutz und mache die Bäche klimafest.

„Mit dem Programm unterstützt das Land die Kommunen. Aus den Bewerbungen werden 100 Bäche ausgewählt“, so Müller-Klepper und Beuth. Eine Rolle spiele zum Beispiel, ob sich Nachbarkommunen für die Renaturierung eines Bachs zusammenschließen, Planungen, Gewässerentwicklungskonzepte und benötigte Flächen bereitstünden oder Synergien, z.B. zu Natura 2000, genutzt werden könnten.

Das Besondere des Programms sei, dass den Kommunen bei der Renaturierung viel Arbeit abgenommen werde. „Sie erhalten eine umfassende Hilfestellung von den ersten Planungsschritten bis zur Umsetzung der Renaturierungsmaßnahmen.“ Es werde ihnen ein Dienstleister an die Seite gestellt, der sich um die Koordinierung aller Aufgaben kümmere – wie Projektsteuerung und -planung, Flächenmanagement, organisatorische Abwicklung der Maßnahmen vom Förderantrag bis zur Bauabnahme.

Förderhöhe bis zu 95 Prozent
„Die Teilnahme am Programm lohnt sich“, unterstreichen Müller-Klepper und Beuth. Der Dienstleister wird vollständig aus Landesmitteln finanziert. Die Förderhöhe für die Renaturierungsmaßnahmen beträgt je nach finanzieller Leistungsfähigkeit der Kommune 75 bis 95 Prozent. Der kommunale Eigenteil kann über die Generierung von Ökopunkten refinanziert bzw. über die Einbringung von kommunalen Flächen in die Projekte verrechnen werden.

Die Wiederherstellung der 100 Bäche als naturnaher Lebensraum soll als Vorbild bei der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) für die vielen anderen Gewässer in Hessen dienen. Sie laufe auf Hochtouren. „Bis 2027 sollen alle Gewässer in einen guten ökologischen Zustand gebracht werden“, skizzierten Müller-Klepper und Beuth. Derzeit befänden sich 14,6 Prozent der hessischen Fließgewässer in einem sehr guten bis guten ökologischen Zustand. 2014 waren es nur 4,8 Prozent. Um die Verwirklichung des Ziels weiter voranzutreiben, sei das Programm „100 Wilde Bäche für Hessen“ ins Leben gerufen worden.

Kommunen können sich für die Teilnahme am Programm bis zum 25. Oktober 2019 direkt über die Homepage www.wildebaechehessen.de bewerben. „Die Kommunen müssen nur die Bewerbungsmaske ausfüllen und keine zusätzlichen Unterlagen einreichen“, erläuterten die Abgeordneten. Bis zum Jahresende 2019 erfolgt die Bekanntgabe der 100 teilnehmenden Bäche.

„Es ist vorgesehen, dass die Gewässerentwicklungsprojekte aus dem Programm schrittweise bis 2023 begonnen werden“, so Müller-Klepper und Beuth. Basis der Renaturierungen seien die Bewirtschaftungspläne und das Maßnahmenprogramm zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie in Hessen.

Für die folgenden Bäche ist eine Bewerbung der Kommunen möglich:
Aarbergen: Aubach, Michelbach, Palmbach
Bad Schwalbach: Dornbach, Fischbach
Eltville: Ernstbach, Kiedricher Bach, Kisselbach, Lindenbach, Sülzbach
Geisenheim: Blaubach, Elsterbach, Ernstbach
Heidenrod: Dornbach, Dörsbach, Fischbach, Herzbach, Klausbach
Hohenstein: Aubach, BreithardterBach, Fischbach, Michelbach
Hünstetten: Aubach, Fischbach, Kesselbach, Palmbach
Idstein: Auroffer Bach, Kesselbach, Schlabach
Kiedrich: Kiedricher Bach
Lorch: Grolochbach, Tiefenbach, Werkerbach
Niedernhausen: Daisbach
Oestrich-Winkel: Elsterbach, Ernstbach, Kisselbach
Rüdesheim: Blaubach, Grolochbach
Schlangenbad: Ernstbach, Fischbach, Gladbach, Walluf
Taunusstein: Aubach
Waldems: Dombach, Schlabach
Walluf: Lindenbach, Walluf

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