Rheingau-Taunus. Im Rheingau-Taunus sollen auch künftig mit Unterstützung des Landes Bildungscoaches im Einsatz sein. Dafür plädiert die Landtagsabgeordnete Petra Müller-Klepper. Es handele sich um ein wichtiges Angebot der Wirtschaftsförderung im Rahmen der Initiative ProAbschluss des Rheingau-Taunus-Kreises.

„Das Programm ‚Bildungscoaches‘ hat sich im Rheingau-Taunus bewährt. Das Land setzt es 2022 fort. Es Der Aufruf zur Antragstellung ist erfolgt und muss genutzt werden“, erklärte die CDU-Politikerin. „Die Bildungscoaches beraten Beschäftigte und kleinere Unternehmen über Möglichkeiten der beruflichen Weiterbildung und informieren über Fördermöglichkeiten. Sie helfen insbesondere bei der Nachqualifizierung, damit ein Berufsabschluss nachgeholt werden kann. Vom Erstgespräch bis zum Abschluss begleiten sie die Beschäftigten auf dem Weg zur Fachkraft.“

Durch individuell und passgenau zugeschnittene Prüfungsvorbereitungskurse, die in enger Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern wie Kammern, Bildungsanbietern oder Berufsschulen geplant würden, könne ein Berufsabschluss berufsbegleitend oft in kurzer Zeit erreicht werden. „Dies sorgt für mehr Arbeitsplatzsicherheit und eröffnet Chancen der beruflichen Weiterentwicklung“, so die Abgeordnete.

Fachkräfte gewinnen
Die Bildungscoaches seien zugleich ein Beitrag zur Fachkräftesicherung. Für Unternehmen bekomme die Nachqualifizierung an- und ungelernter Beschäftigter eine immer größere Bedeutung. Sie biete die Möglichkeit, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im eigenen Unternehmen beruflich weiter zu entwickeln und dadurch Fachkräfte aus den eigenen Reihen zu gewinnen.

Zudem stiegen durch die Technisierung und Spezialisierung der Arbeitsfelder die Anforderungen an die Beschäftigten und damit die Notwendigkeit von kontinuierlicher Weiterbildung. Die Hilfestellung durch die Bildungscoaches entlaste kleinere Betriebe, denen oft die personelle Kapazität für diese zeitaufwändigen Themen fehle. Die Beratung sei neutral und kostenfrei für Unternehmen und Beschäftigte.

Das Land habe in den vergangenen Jahren mit Hilfe des Programms eine flächendeckende Beratungs- und Begleitungsstruktur in ganz Hessen aufgebaut. Für den Rheingau-Taunus-Kreis werde die Aufgabe durch den Projektträger Fresko e.V. zusätzlich zur Tätigkeit für die Stadt Wiesbaden übernommen. Für 2021 seien hierfür 132.400 Euro vom Land bewilligt worden. Die Förderung erfolge durch Mittel des Landes und aus dem Europäischen Sozialfonds.

Die aktuelle Ausschreibung umfasse das erste Halbjahr 2022 und sehe eine Förderung von bis zu 80 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben vor. Auch danach soll das Programm aus dem Europäischen Sozialfonds der neuen Förderperiode bis 2027 fortgesetzt werden. „Es besteht großer Bedarf für ein intensives Beratungs- und Begleitungsangebot“, so Petra Müller-Klepper.

Das Wirtschaftsministerium plane einen neuen Zuschnitt des Programms. Die Bildungscoaches sollen ein breites Themenspektrum im Bereich der Weiterbildung abdecken, als Anlaufstelle für alle Fragen dienen, proaktiv auf Unternehmen zugehen und eine aufsuchende Beratung vor Ort anbieten. „Im Sinne einer umfassenden ‚Kümmerer‘-Struktur sollen Weiterbildungsvorhaben bei Bedarf auch über die gesamte Dauer begleitet werden“, erläuterte die Abgeordnete.

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