Rheingau-Taunus. Die Beratungs- und Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt im Rheingau-Taunus, die vom Caritasverband Wiesbaden-Rheingau-Taunus getragen wird, erhält vom Land zusätzliche finanzielle Unterstützung. Wie die Landtagsabgeordnete Petra Müller-Klepper mitteilt, wurden der Einrichtung 3.390 Euro aus dem Corona-Hilfsprogramm „Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt“ bewilligt.

„Das Land hilft Mehrkosten abzudecken, die 2020 durch die Corona-Pandemie verursacht wurden. Es mussten Mund-Nasen-Schutz sowie FFP2-Masken zum Schutz der Mitarbeiterinnen beim Kontakt mit ratsuchenden Frauen und Flächen- und Händedesinfektionsmittel angeschafft werden. Der größte Teil der Summe wird für den Einsatz von Dolmetscherdiensten verwendet, mit denen die kontaktlose Beratung am Telefon erleichtert und verbessert wurde“, erklärte die CDU-Politikerin.

Die Interventionsstelle in Bad Schwalbach sei eine von 60 ambulanten Einrichtungen in Hessen, die Frauen in Not Rat und Hilfe anbieten. Sie stehe allen Frauen im Rheingau und Untertaunus offen und leiste seit Jahren segensreiche Arbeit – insbesondere in der Prävention. Trotz der Pandemie habe sie ihr Hilfsangebot aufrechterhalten, was angesichts der zu beobachtenden Zunahme von häuslicher Gewalt von großer Bedeutung sei. Mit dem Corona-Programm trage das Land den besonderen Herausforderungen Rechnung, die dabei zu bewältigen seien. „Es musste auf die veränderte Lage reagiert und verstärkt auf Telefon-, Video- und Onlineberatung umgestellt werden. Hygienevorgaben sind zu berücksichtigen. All das kostet Geld. Hier springt das Land mit ein.“

Die Mittel flössen zusätzlich zu der üblichen jährlichen Landesförderung in Höhe von gut 50.000 Euro, mit der die Beratungs- und Interventionsstelle 2020 unterstützt worden sei und auch in diesem Jahr rechnen könne. Insgesamt stelle das Land im Rahmen des Budgets für soziale Hilfen dem Rheingau-Taunus-Kreis für den Bereich des Gewaltschutzes, der bewusst ein Förderschwerpunkt sei, in diesem Jahr 245.882 Euro bereit. Mit 90.000 Euro fließe hiervon der größte Teilbetrag in das Frauenhaus in Bad Schwalbach. Es sei ebenfalls bereits mit einem Zuschlag aus dem Corona-Hilfsprogramm des Landes – 6.630 Euro – bedacht worden.

„Beide Einrichtungen können weiterhin zusätzliche Mittel zur Abfederung Corona-bedingter Ausgaben bekommen. Denn das Hilfsprogramm wird fortgesetzt. 2021 stehen zwei Millionen Euro hierfür bereit“, so Petra Müller-Klepper. Die Gelder kommen aus dem Sondervermögen, das der Landtag mit den Stimmen von CDU und Bündnis 90/Grüne beschlossen hat. Die Anträge sind bis 30. April 2021 beim Regierungspräsidium Kassel einzureichen.

Die Beratungs- und Interventionsstelle, Reitallee 6, Bad Schwalbach, ist erreichbar unter: 06124 – 729 229 oder interventionsstelle@caritas-wirt.de.
Es wird auch eine anonyme Online-Beratung angeboten - https://www.caritas-wiesbaden-rheingau-taunus.de/beratung-und-hilfe/haeusliche-gewalt

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