Bad Schwalbach/Schlangenbad. Das Land senkt angesichts der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Finanzlage der Kommunen die Kostenbeiträge, die sie für die Beförsterung ihrer Wälder durch Hessen Forst zahlen. Dies teilt die Landtagsabgeordnete Petra Müller-Klepper mit.

„Auch Bad Schwalbach und Schlangenbad profitieren von dieser Entscheidung. Sie müssen deutlich weniger für die Betreuung ihres Gemeindewaldes zahlen, mit dem sie Hessen Forst beauftragt haben. Die Reduzierung beträgt rund 68 Prozent“, so die CDU-Politikerin. Die Regelung gelte rückwirkend ab 2020. Deshalb habe das Land für das vergangene Jahr Rückerstattungen vorgenommen. Konkret bedeute dies eine Förderung in Höhe von 26.113 Euro für Bad Schwalbach und von 23.333 Euro für Schlangenbad.

Der Richtsatz pro Hektar Betriebsfläche, den die Kommunen für die Beförsterung durch Hessen Forst zahlen, lag ursprünglich bei 19,43 Euro, jetzt beträgt er 6,24 Euro, erläuterte die Abgeordnete. „Durch die Mittel aus dem Soforthilfeprogramm des Landes zur Schadensbeseitigung und Wiederaufforstung - dem 2019 gestarteten 12-Punkte-Plan für einen klimastabilen Wald – wurde er in einem ersten Schritt für 2020 um 1,92 Euro heruntergesetzt. Jetzt gibt es eine weitere massive Reduzierung um 11,27 Euro als Corona-Hilfe.“

Die zusätzliche Hilfestellung durch das Land, die sowohl den von Hessen Forst betreuten kommunalen Forstbetrieben, als auch denen des Privatwaldes zuteil werde, sei wichtig und gerechtfertigt. „Denn die Corona-Pandemie hat massive Auswirkungen und die ohnehin schwierige Situation in den Wäldern erheblich verschärft“, betonte Petra Müller-Klepper. Aufgrund der massiven Waldschäden durch Hitze, Sturm und den Borkenkäfer sei die Lage sehr angespannt. „Die Schadholzmengen aus 2020 und der kommenden Jahre werden am Holzmarkt kaum oder nur zu sehr stark reduzierten Preisen absetzbar sein.“

Das Ökosystem Wald sei bedroht – und damit auch seine vielfältigen Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen. Die durch die Corona-Pandemie zusätzlich entstehenden Belastungen erforderten über den 12-Punkte-Plan der Landesregierung hinaus einen weitergehenden Ausgleich, damit in den Gemeindewäldern eine nachhaltige Bewirtschaftung - einschließlich der Leistungen für das Gemeinwohl und die Daseinsvorsorge - gewährleistet werden könne.

Finanziert werde die Hilfsmaßnahme über das Sondervermögen, das im Landtag mit den Stimmen von CDU und Grünen beschlossen wurde. Sie belege erneut, wie richtig und wichtig dessen Einrichtung gewesen sei, um flexibel und schnell handeln und helfen zu können. Das Land unterstütze Landkreise, Städte und Gemeinden mit dem Corona-Kommunalpaket, das im Wesentlichen hieraus finanziert werde und mehr als 3 Milliarden Euro umfasse, damit sie weiter ihre Aufgaben erfüllen und ihre Leistungen für die Bürgerinnen und Bürger erbringen könnten.

Für einen gesunden, klimastabilen Wald
Darüber hinaus fördere das Land engagiert die Beseitigung der Waldschäden, die Wiederaufforstung und den Waldschutz in der Region. Mit dem 12-Punkte-Plan für den Erhalt der Wälder würden bis zum Jahr 2023 insgesamt 200 Millionen Euro investiert und 100 Millionen Bäume gepflanzt.

Die Waldzustandsaufnahme in 2020 konkretisiere die Handlungserfordernisse. Sie belege für den Wald in Hessen den schlechtesten Vitalitätszustand seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1984. Viele Flächen im Rheingau-Taunus und ganz Hessen müssten von Hessen Forst, den Gemeinden und Privatbesitzern neu bepflanzt werden. Bezüglich der Baumarten stelle das Land den Waldbesitzern flächenscharfe Planungshilfen für die Wiederbewaldung zur Verfügung.

„Unser Wald muss widerstandsfähiger werden“, so die Abgeordnete. Überall dort, wo bereits neue Bäume wachsen, würden deshalb vorhandene Baumarten ergänzt, um eine ausgewogene Baumartenmischung zu erreichen. Ziel sei es auch, den Folgen des Klimawandels zu begegnen. Nachhaltig bewirtschaftete Wälder minderten das Risiko des Waldsterbens. Maßnahmen des Waldumbaus und der Wiederbewaldung würden in den kommenden Jahren zum zentralen Kern der forstlichen Förderung, um klimastabilere und standortgerechte Laub- oder Mischwälder aufzubauen.

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