Rheingau-Taunus. Die Landesregierung hat soeben ein umfassendes Förderpaket zur Sicherung des kulturellen Lebens in der Corona-Krise und zur Unterstützung der Kulturschaffenden in Hessen auf den Weg gebracht. Dies teilt die Landtagsabgeordnete Petra Müller-Klepper mit, die sich für ein Hilfsprogramm für den Kulturbereich eingesetzt hatte. Das Land unterstütze Künstlerinnen und Künstler, Festivals und Kultureinrichtungen mit einem Maßnahmenpaket von rund 50 Millionen Euro. Ab dem 1. Juni könnten Festivals und in der Künstlersozialkasse versicherte Kulturschaffende Mittel beantragen.

„Dies ist die dringend notwendige Hilfe, die die Kulturszene im Rheingau-Taunus braucht, um die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie zu überstehen. Sie hat tiefgreifende Auswirkungen auf die Kultur und ihre Akteure. Festivals und Spielstätten, die ihre Veranstaltungen absagen und ihren Betrieb einstellen müssen, fehlen die Eintrittsgelder. Vielen freien Künstlerinnen und Künstlern ist das Einkommen weggebrochen“, erklärte die CDU-Politikerin. Hilfen für Kunst und Kultur seien kein Luxus. „Gerade eine Kulturlandschaft wie unsere Region ist geprägt und lebt von diesen vielfältigen Aktivitäten. Das Kulturleben ist ein elementarer Teil unserer Identität.“

Rettungsschirm für Festivals

In einer ersten Phase werde ein Rettungsschirm für die vielen Kulturfestivals gespannt, die ihre Veranstaltungen absagen müssen und deshalb in Liquiditätsschwierigkeiten geraten. „Hier kann beispielsweise das Rheingau Musikfestival Hilfe bekommen“, so die Abgeordnete.

Die maximale Höhe der Hilfe richte sich nach der Zahl der verkauften Eintrittskarten im Schnitt der vergangenen drei Jahre: 2,50 Euro pro Ticket bei öffentlich getragenen Festivals, 5 Euro pro Ticket bei von gemeinnützigen Vereinen oder privaten Institutionen getragenen. Der Betrag sei auf 500.000 Euro gedeckelt. Diese Hilfe speziell für Festivals ergänze die vorhandenen Möglichkeiten, Unterstützung aus dem Hilfsprogramm für kleine Unternehmen zu erhalten, das den Veranstaltern ebenfalls offenstehe.

Arbeitsstipendien für Freischaffende

In der zweiten Phase können freie und in der Künstlersozialkasse versicherte Kulturschaffende ein Stipendium in Höhe von jeweils einmalig 2.000 Euro beantragen. „Die Maßnahmen des Bundes reichen in vielen Fällen nicht aus. Deshalb unterstützen wir diese Personengruppe gezielt mit einem eigenen Programm“, betonte Petra Müller-Klepper. Leider sei vom Bund ein Ausgleich für Lebenshaltungskosten von Solo-Selbständigen durch die Soforthilfen nicht zugelassen worden. Deshalb habe das Land nun die Arbeitsstipendien bewusst so gestaltet, dass sie unabhängig von den Betriebsausgaben seien und auch nicht auf die Grundsicherung angerechnet würden.

Hilfe für Neubeginn

In der dritten Phase können Kinos, Soziokulturelle Zentren, Theater und viele andere Spielstätten finanzielle Unterstützung bei der Entwicklung neuer Präsentationsformate, baulichen Anpassungen und der Öffentlichkeitsarbeit erhalten. „Es handelt sich um einen Innovationsfonds, der Kultureinrichtungen mit regelmäßigem Veranstaltungsbetrieb hilft, den Übergang aus der Zeit der Pandemie zu gestalten und den Neubeginn zu meistern“, erläuterte die Abgeordnete.

Möglich sei ein Pauschalbetrag von je 18.000 Euro. Insgesamt sollen 500 Fonds-Pakete vergeben werden. Eine Kombination mit anderen Hilfen soll möglich sein, etwa den angekündigten Programmen des Bundes. Hessen werde sich auf Bundesebene für eine entsprechend flexible Ausgestaltung der dortigen Maßnahmen einsetzen. Voraussichtlich ab 1. August werden Anträge beim Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst möglich sein.

Außerdem werden neue Projektstipendien für freie Gruppen und Einzelkünstler ins Leben gerufen. „Das Stipendium ermöglicht die Realisierung, Dokumentation und Publikation neuartiger Ansätze für Kulturveranstaltungen, künstlerische Formate für Vermittlung und Pädagogik und die technische Präsentation“, so Petra Müller-Klepper. Es stehen Mittel für 250 Gruppen in Höhe von je 18.000 Euro sowie für 1.000 Künstlerinnen und Künstler in Höhe von je 5.000 Euro bereit.

Informationen zu Antragsmöglichkeiten und Förderrichtlinien: hmwk.hessen.de/kulturpaket

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