Rheingau-Taunus. Der Rheingau-Taunus kommt in der Denkmalförderung des Landes überproportional zum Zug. Wie die Landtagsabgeordnete Petra Müller-Klepper mitteilt, sind von den rund 8 Millionen Euro, die für den Erhalt von Denkmalen in den 26 hessischen Landkreise und kreisfreien Städte zur Verfügung stehen, 2020 gut 11 Prozent in das Kreisgebiet geflossen.

„Diese Bilanz zeigt: unsere Region ist ein Förderschwerpunkt. Damit wird der besonderen Bedeutung unserer Kulturlandschaft, die durch eine Vielzahl von Denkmälern geprägt ist, von der Landesregierung und dem Expertenteam des Landesamts für Denkmalpflege Rechnung getragen“, erklärte die CDU-Politikerin.

„Mehr Geld für mehr Projekte - das Land hat sein Engagement im Rheingau-Taunus erneut ausgebaut und honoriert damit den vorbildlichen Einsatz vor Ort für den Erhalt der Kulturdenkmäler“, so die Abgeordnete. 2020 wurden Kommunen, Kirchen, Vereinen und Privateigentümern im Kreisgebiet für 37 Maßnahmen insgesamt 893.316 Euro bewilligt. Im Vergleich zum Vorjahr, als 728.428 Euro für 35 Vorhaben flossen, sei dies nochmals ein beachtlicher Anstieg.

Engagierte Privateigentümer
Von den 37 geförderten Projekten im Rheingau-Taunus wurden 22 und damit der größte Anteil von Privateigentümern geschultert, so die Abgeordnete. „Die Bürgerinnen und Bürger leisten einen wichtigen Beitrag zur Pflege des historischen Erbes. Die große Herausforderung, Denkmale zu schützen, ist nur zu meistern, wenn es Menschen gibt, die verantwortungsbewusst in der Tradition stehen, begeistert in und mit ihr und für sie leben und diese Tradition weiterentwickeln.“

Die Palette der geförderten Maßnahmen sei vielfältig - von der bauhistorischen Voruntersuchung und der Aufarbeitung historischer Fenster, Haustüren und Dielen über die Dach- und Fachwerksanierung bis hin zur umfassenden Restaurierung. Die Förderbeträge reichten von 1.484 Euro bis 125.000 Euro. Die Gesamtfördersumme für die privaten Initiativen beträgt 346.159 Euro.

Kirchliche Projekte
„Ein erheblicher Teil der Gelder – nämlich 274.000 Euro und damit knapp ein Drittel – ging an Objekte mit kirchlichem Bezug“, erläuterte Petra Müller-Klepper. Hiervon entfallen 225.000 Euro auf die Restaurierung der Raumschale und des Karners der St. Michaelskapelle in Kiedrich. 34.500 Euro wurden für die Sanierung des Pfarrhauses St. Elisabeth in Bad Schwalbach bewilligt. Die restlichen Gelder flossen für die Restaurierung der historischen Macrander-Orgel in Springen und eine bauhistorische Voruntersuchung im Pfarrhaus in Lorch.

Geld für Kommunen und Vereine
„Auch die Kommunen und kulturhistorischen Vereine und Initiativen im Rheingau-Taunus stellen sich ihrer Verantwortung bei der Denkmalpflege und können hierbei mit Beratung und finanzieller Hilfestellung durch das Land rechnen“, so die Abgeordnete. Ihnen wurden für 11 Projekte insgesamt gut 273.000 Euro bewilligt. So flossen beispielsweise 155.000 Euro für die Fortführung der Sanierungsarbeiten im Brentanohaus in Winkel und 50.000 Euro für die Restaurierung der Eltviller Burg. Mit 9.000 Euro wurde die Gemeinde Walluf bei der Restaurierung des Grabmals Salm-Salm unterstützt, der Förderverein Kulturdenkmäler Martinsthal mit 3.000 Euro bei der Restaurierung des Grainger-Grabmals.

Förderplanung 2021 für Basilica Minor und Brentanohaus
„Die Landesförderung für Objekte im Rheingau-Taunus findet 2021 ihre Fortsetzung“, betonte Petra Müller-Klepper. Für 8 Projekte seien mit dem Jahreswechsel bereits 209.560 Euro freigegeben worden – darunter weitere 50.000 Euro für die Kurfürstliche Burg zu Eltville, 43.000 Euro für das Pfarrhaus in Geisenheim und 20.000 Euro für den Langwerther Hof in Eltville.

Nach den Worten der Abgeordneten sollen 2021 erneut Fördermittel für zwei bedeutende Kulturdenkmäler fließen: das Kiedricher Kirchenensemble und das Brentanohaus in Winkel. So sei geplant, den zweiten Bauabschnitt der Restaurierung der historischen Umfassungsmauer von St. Valentinus zu fördern. „Das Jahrhundertwerk der Sanierung von Basilica Minor und Michaelskapelle ist vom Land bisher schon mit über 1,6 Millionen Euro unterstützt worden.“ Ebenso seien erneut Mittel für die Innenrestaurierung des Brentanohauses vorgesehen, für dessen Sanierung das Land bisher gut eine Million Euro aufgebracht habe.

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