Rheingau-Taunus. Das Dorfentwicklungsprogramm des Landes Hessen wird ausgebaut. Hierauf weisen die Landtagsabgeordneten Petra Müller-Klepper und Peter Beuth die Kommunen im Rheingau-Taunus hin. „Landesweit können 10 neue Kommunen für den Förderzeitraum 2021 bis 2028 in das Programm aufgenommen werden.“ Abgabefrist für Bewerbungen ist am 30. Mai 2021.

Für das Programm, das einer der wichtigsten Bausteine zur Entwicklung der ländlichen Räume sei, stünden 2021 knapp 32 Millionen Euro zur Verfügung. „Wir wollen lebendige, attraktive Ortskerne und so die Gemeinden und Regionen im ländlichen Raum stärken. Um die Kommunen noch gezielter zu unterstützen, wurde die Förderquote auf durchschnittlich 80 Prozent erhöht“, erklärten die CDU-Politiker.

Die Dorfentwicklung biete Kommunen und Privatpersonen die Möglichkeit, für Vorhaben der Daseinsvorsorge und der Grundversorgung sowie für Sanierung und Neubauten in den Ortskernen Mittel zu erhalten. Die Förderung könne für klassische Gebäudeinvestitionen erfolgen, aber auch für soziale und kulturelle Vorhaben wie zum Beispiel Mehrgenerationentreffs oder Dorfmuseen.

Müller-Klepper und Beuth zogen eine positive Zwischenbilanz der Dorfentwicklung im Rheingau-Taunus. „Das Programm wirkt. Es hilft, die Lebensqualität auch unter den veränderten Rahmenbedingungen wie dem Rückgang der Bevölkerung und einer alternden Gesellschaft zu sichern. Dies belegen die vier aktuellen Förderschwerpunkte im Kreis – Aarbergen, Bad Schwalbach, Lorch und Schlangenbad.“

4 Kommunen aus dem Kreis profitieren
Bisher seien in den vier Kommunen, die sich derzeit im Programm befinden, insgesamt 86 Projekte mit insgesamt 1.903.200 Euro gefördert worden. Die Maßnahmen trügen in ihrer Vielfalt dazu bei, dass sich die Kommunen zukunftsfähig aufstellten und neue Entwicklungswege beschritten. „Erfreulich ist, dass neben den 45 kommunalen Vorhaben auch bereits 41 private Initiativen Unterstützung erhalten haben“, begrüßten die Abgeordneten.

Für die Dorfentwicklung in Aarbergen, das 2018 aufgenommen wurde und bis 2025 gefördert wird, sei die Konzeptphase beendet. Nach Fertigstellung des Integrierten Kommunalen Entwicklungskonzepts (IKEK), das als Grundlage für die Dorfentwicklung durch ein Fachbüro unter intensiver Beteiligung der Bürgerschaft und der Gemeinde erstellt und mit 30.968 Euro gefördert worden sei, könne nun die Umsetzungsphase beginnen. „Auf der Basis dieses Zukunftsprogramms ist nun die finanzielle Förderung von Maßnahmen in den Ortskernen möglich“, so die Abgeordneten.

In den drei anderen geförderten Kommunen seien die positiven Wirkungen des Programms bereits im Ortsbild deutlich sichtbar. „Das Programm wird rege genutzt“, freuen sich Müller-Klepper und Beuth.

In Bad Schwalbach, wo die Dorfentwicklung von 2013 bis 2022 durchgeführt wird, wurden mit Fördermitteln in Höhe von 573.365 Euro 13 Projekte der Stadt wie die Neugestaltung der Dorfplätze in Heimbach, Lindschied, Fischbach und Hettenhain auf den Weg gebracht. Zudem wurden 11 private Vorhaben bezuschusst– darunter Wohnhaus-, Scheunen- und Fenstersanierungen. An kommunalen Vorhaben stehen bis zum Abschluss der Förderperiode noch die Gestaltung des Dorfplatzes in Ramschied und des Mehrgenerationenplatzes in Adolfseck an.

648.062 Euro gingen nach Lorch, wo die Dorfentwicklung 2012 startete und in diesem Jahr ausläuft. Bisher wurden 15 kommunale Projekte wie die Umgestaltung des alten Feuerwehrhauses in Lorchhausen, des Dorfgemeinschaftshauses in Wollmerschied, des Dreschplatzes in Espenschied und die Sanierung des Jugendraums auf dem Ranselberg unterstützt. Zudem wurden 13 private Vorhaben gefördert – wie die Grundsanierung denkmalgeschützter Wohngebäude, Fassaden- und energetische Sanierungen.

Für Schlangenbad, wo die Dorfentwicklung den Förderzeitraum von 2014 bis 2023 umfasst, gab es 16 Bewilligungen für Projekte der Gemeinde wie die Errichtung des Backhauses in Bärstadt, die Sanierung der alten Schule in Niedergladbach, die Umgestaltung der Ortsmitte in Niedergladbach und die Planung für die Umgestaltung der Ortsmitte in Wambach. Es wurden 17 private Vorhaben gefördert – darunter Wärmedämmarbeiten, Dachstuhlerneuerung, die Instandsetzung der Einfriedungsmauer an der Kirche und energetische Maßnahmen am evangelischen Gemeindezentrum. Insgesamt wurden bisher 650.805 Euro an Fördermitteln bereitgestellt. Neben der Umsetzung des Vorhabens in der Dorfmitte Wambach sind an kommunalen Vorhaben noch jeweils eine Machbarkeitsstudie für das Freizeitgelände Georgenborn und für die Junge Bühne geplant.

Aktuell fördert das Land Hessen im Rahmen der Dorfentwicklung 99 Kommunen mit insgesamt 878 Stadtteilen. Informationen zur Dorfentwicklung:
https://umwelt.hessen.de/landwirtschaft/laendlicher-raum/foerderung-der-laendlichen-entwicklung/dorfentwicklung

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