Geisenheim. Der Stadt Geisenheim ist vom Land Hessen das Gütesiegel „Familienfreundlicher Arbeitgeber“ verliehen worden. Wie die Landtagsabgeordnete Petra Müller-Klepper mitteilt, gehört sie gemeinsam mit Bensheim, Marburg, Pfungstadt und dem Landkreis Fulda zu den ersten fünf Kommunen in Hessen, die das Zertifikat von Innenminister Peter Beuth erhalten haben. Bisher war die Auszeichnung nur an Dienststellen des Landes und Hochschulen vergeben worden.

„Das Gütesiegel dokumentiert und würdigt, dass die Stadt Geisenheim ein besonderes Augenmerk darauf hat, dass ihre Beschäftigten Familie und Beruf vereinbaren können und Familienfreundlichkeit ein wesentliches Merkmal ihrer Kultur ist“, erklärte die CDU-Politikerin. Sie habe einen umfassenden Zertifizierungsprozess erfolgreich durchlaufen und sich in einer Zielvereinbarung selbst verpflichtet, diesen Anspruch konsequent umzusetzen, und darin ihre Themen und Maßnahmen festgelegt.

Durch eine familienbewusste Personalpolitik in allen wichtigen Bereichen – wie der Arbeitsorganisation, der Führungskultur, Information und Kommunikation - sowie bedarfsgerechte Unterstützungsangebote, stelle man sich in der Stadtverwaltung den gesellschaftlichen Anforderungen. „Um Frauen und verstärkt auch Männern die Vereinbarkeit zu erleichtern, brauchen wir familienfreundliche Rahmenbedingungen“, so Petra Müller-Klepper.

Die Stadt bringe mit entsprechend gestalteten Arbeitsbedingungen Wertschätzung für Familienarbeit zum Ausdruck und positioniere sich zugleich als moderner, attraktiver Arbeitgeber im Wettbewerb um gute Köpfe und Talente. Familienfreundlichkeit erhöhe die Zufriedenheit, die Arbeitsmotivation sowie Einsatzbereitschaft, erleichtere den Wiedereinstieg nach der Elternzeit und reduziere Fehlzeiten sowie Fluktuation. „Die Bedürfnisse und Verpflichtungen der Familien zu berücksichtigen nutzt allen Beteiligten“, betonte die Abgeordnete.

Auszeichnung für Hochschule und Finanzamt

Petra Müller-Klepper erinnerte daran, dass Geisenheim im Zertifizierungsverfahren schon einmal eine Vorreiterfunktion eingenommen hat. „2016 hat die Hochschule Geisenheim University vom Land die Auszeichnung ‚Familienfreundliche Hochschule‘ erhalten. Sie war nach der Philipps-Universität Marburg und der Hochschule Darmstadt die dritte Hochschule in Hessen, deren Bewerbung um die Auszeichnung erfolgreich war. Seitdem hat sie mit einem Katalog an Maßnahmen an ihrem familienfreundlichen Profil gearbeitet, so dass ihr 2018 auch die Rezertifizierung gelungen ist.“ Im gleichen Zeitraum habe das Finanzamt Rheingau-Taunus sich als familienfreundlicher Arbeitgeber bewiesen und das Gütesiegel sowie die Rezertifizierung erworben.

Das Land wolle als Arbeitgeber mit gutem Beispiel vorangehen und seinen Beitrag zu einer familienfreundlichen Arbeitswelt leisten. Um die Hochschulen, Gerichte und Dienststellen zu motivieren, sich aktiv mit dem Thema zu befassen, habe Hessen 2014 als erstes Bundesland die eigenen Gütesiegel „Familienfreundliche Hochschule“ und „Familienfreundlicher Arbeitgeber“ eingeführt. Seitdem hätten über 270 Zertifizierungen stattgefunden, in denen Dienststellen erstmals oder erneut ausgezeichnet wurden. Ziel sei, mit diesem Personalmanagementinstrument eine familienfreundliche Personal- und Organisationspolitik breit zu verankern, damit entscheidende Vorteile für die Beschäftigten und die Dienststellen gleichermaßen verwirklicht werden könnten.

Auch die Tarifpolitik des Landes sei durch Familienfreundlichkeit gekennzeichnet. „Der Hessentarif zahlt sich durch viele familienfreundliche Regelungen, die es bei der Tarifgemeinschaft der Länder nicht gibt, für die Beschäftigten aus. Nur in Hessen erhalten die Beschäftigten pro Kind und Monat eine Zulage von 100 Euro und ab dem dritten Kind sogar 150 Euro. Das Landesticket, mit dem alle Landesbeschäftigten die Leistungen des öffentlichen Nah- und Regionalverkehrs in ganz Hessen nutzen können, schließt diverse Mitnahmemöglichkeiten für Angehörige ein“, erläuterte die Abgeordnete.

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