Rheingau-Taunus. Das Land baut seine Hilfestellung bei der Beseitigung der Schäden in den Wäldern und deren Wiederaufforstung für den Rheingau-Taunus und ganz Hessen aus. Dies teilt die Landtagsabgeordnete Petra Müller-Klepper. Sie fordert die Städte und Gemeinden im Kreisgebiet und die privaten Waldbesitzer auf, das Unterstützungsangebot rege zu nutzen.

„Die Fördermöglichkeiten werden durch die Extremwetterrichtlinie, die soeben in einer Neufassung in Kraft getreten ist, erweitert. Seit der Erstauflage der Richtlinie im Jahr 2019 gibt es Fördermittel für die Aufarbeitung von geschädigten Bäumen, die Einrichtung von Holzlagerplätzen und zum Schutz der Wälder wie Maßnahmen zur Bekämpfung von Schadorganismen. Das wird auch künftig der Fall sein. Neu ist, dass auch die Verkehrssicherung unterstützt wird, damit die Gefahren, die von geschädigten und absterbenden Bäumen für Menschen ausgehen, beseitigt werden können“, erklärte die CDU-Politikerin. Die Kosten für komplizierte Sicherheitsfällungen einschließlich Absperrung seien hoch.

Viele Flächen im Rheingau-Taunus müssten neu bepflanzt werden. „Die Wiederbewaldung kahler Flächen wird noch umfangreicher als bisher unterstützt“, so die Abgeordnete. Die Förderquoten lägen zwischen 80 und 95 Prozent und seien bewusst sehr großzügig ausgestaltet. Bis 2023 stünden für die verschiedenen Maßnahmen nach der Extremwetterrichtlinie insgesamt rund 50 Millionen Euro zur Verfügung.

„Unserem Wald geht es wegen des sich erwärmenden Klimas, vermehrt ausbleibender Niederschläge, Stürmen und Schädlingen wie dem Borkenkäfer so schlecht wie noch nie seit Beginn der Waldzustandsaufnahme 1984. Er braucht Hilfe“, so die Abgeordnete. Die extremen Witterungsbedingungen der letzten der Jahre hätten den Wald, der ein prägendes Element des Landschaftsbilds im Rheingau-Taunus und die grüne Lunge für die Bevölkerung sei, massiv verändert und erschreckend destabilisiert. Der Anteil stark geschädigter und abgestorbener Bäume sei hoch. Das Gleiche gelte für die Ausfallrate der als Schadholz entnommenen Bäume. Dies habe zu Freiflächen, Blößen und Lücken in den Waldbeständen geführt.

„Die Kommunen und privaten Waldbesitzer brauchen Hilfe, um die Folgen zu bewältigen und den Wald in seinen vielfältigen Funktionen wie Klimaschutz, Artenschutz, Erholungsraum und Wirtschaftsfaktor zu erhalten. Das ist ein wichtiges Element der Daseinsvorsorge und ein Dienst für die Gesellschaft. Das Land unterstützt sie, den Wald der Zukunft aufzubauen – einen vielfältigen, stabilen Mischwald mit dem Schwerpunkt auf heimischen Arten“, skizzierte Petra Müller-Klepper. Die Beschäftigten von Hessen Forst stünden den Waldbesitzern bei der Planung und Umsetzung mit ihrer Kompetenz zur Seite und leisteten hervorragende Arbeit.

Mittel für Gemeinden
Die Landesförderung, die 2019 gestartet wurde, komme im Rheingau-Taunus an und zeige bereits positive Wirkung. „So sind allein in den Rheingau im vergangenen Jahr Fördermittel in Höhe von 483.185 Euro für die Räumung von Schadholz, Waldschutz und Wegebau geflossen“, hat Petra Müller-Klepper vom Umweltministerium erfahren. Mit Ausnahme von 5.417 Euro für den Schlosswald in Johannisberg sind alle Gelder an kommunale Waldbesitzer gegangen. 239.445 Euro wurden der Stadt Eltville bewilligt, 174.005 Euro für den Gemeindewald in Oestrich-Winkel. Nach Geisenheim gingen 24.556 Euro, 21.038 Euro nach Kiedrich. Rüdesheim wurde mit 18.724 Euro unterstützt.

69.588 Euro wurden der Gemeinde Schlangenbad bewilligt, 24.700 Euro der Stadt Bad Schwalbach. Ans Hofgut Mappen gingen 25.493 Euro, 1.254 Euro an die Forstbetriebsvereinigung Gladbach.

Die Förderung auf der Basis der Extremwetterrichtlinie sei ein wirkungsvoller Baustein des 12-Punkte-Plans für den Erhalt der Wälder in Hessen, den die Landesregierung seit 2019 konsequent umsetze. Weitere wichtige Hilfestellung erfolge durch die Reduzierung der Beförsterungskosten und die Bereitstellung von Klimarisikokarten, die zielgenau eine standortgerechte Wiederbepflanzung ermöglichten. Bezüglich der Baumarten stelle das Land den Waldbesitzern flächenscharfe Planungshilfen zur Verfügung. „Unser Wald muss widerstandsfähiger werden. Ziel ist es, den Folgen des Klimawandels zu begegnen. Dies wird zu neuen Waldbildern in unserer Region führen“, erläuterte die Abgeordnete.

Für einen gesunden, klimastabilen Wald
Bis zum Jahr 2023 investiere das Land mit seinem 12-Punkte-Hilfspaket über 250 Millionen Euro, um die nötigen Arbeiten in den hessischen Wäldern voranzubringen. Dieses Geld komme sowohl dem Landesbetrieb Hessen-Forst als auch den vielen kommunalen und privaten Waldbesitzern zu Gute, die derzeit unter hoher Arbeitsbelastung und schwierigen Absatzbedingungen zu leiden hätten.

Der Wald sei Erholungsraum für die Menschen, Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen, sorge für gesunde Luft und sauberes Wasser, trage durch die Bindung von Kohlendioxid wesentlich zum Klimaschutz bei und sei auch als Wirtschaftsfaktor von Bedeutung. „Er spielt für unsere Existenz eine wichtige Rolle. Ihn zu bewahren, ist eine Gemeinschaftsaufgabe“, betonte Petra Müller-Klepper.

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