Rheingau-Taunus. Kreis, Städte und Gemeinden sowie die Kirchen und gemeinnützigen Organisationen im Rheingau-Taunus können ab sofort mehr Fördermittel für die Integrationsarbeit erhalten. Wie die Landtagsabgeordneten Petra Müller-Klepper und Peter Beuth mitteilen, baut das Land mit dem neuen Jahr das Programm „WIR – Vielfalt und Teilhabe“ aus, das die Eingliederung und Teilhabe von zugewanderten Menschen unterstützt. Sie ermuntern zur Antragsstellung, die noch bis 31. Januar 2021 für alle Programmteile erfolgen kann.

„Die Fördermöglichkeiten werden ausgeweitet. Bewährte Instrumente werden weiterentwickelt und um innovative Projekte ergänzt. Zugleich werden die Mittel, die 2021 landesweit zur Verfügung stehen, um eine halbe Million Euro auf 10,6 Millionen Euro aufgestockt“, teilten die CDU-Politiker mit. Die neue Förderrichtlinie sei vor kurzem in Kraft getreten. Die verbesserte finanzielle Programmausstattung werde sich positiv im Rheingau-Taunus niederschlagen.

Schaltstelle in der Kreisverwaltung
„Bisher wurden beim Kreis für die WIR-Koordinationsstelle und das Fallmanagement für Geflüchtete zwei Personalstellen mit jeweils 50.000 Euro vom Land gefördert. Künftig kann bei der Bündelung der beiden Positionen in einem WIR-Vielfaltszentrum die Förderung für diese beiden Kräfte auf insgesamt 120.000 Euro steigen“, so die Abgeordneten. Ab 2022 werden zudem Personalausgaben für eine fachliche geeignete WIR-Mitarbeit bis zu 20.000 Euro förderfähig sein. Auch können dann Mikro-Projekte mit Landesmitteln bis zu 5.000 Euro unterstützt werden, die vom Kreis an lokale gemeinnützige und kirchliche Träger weitergegeben werden.

„Das im Kreishaus angesiedelte Zentrum ist die Schaltstelle für das regionale Integrationsmanagement und die Vernetzung aller Akteure. Es hat den Auftrag, Integrationsprojekte anzustoßen und zu begleiten, die Willkommens- und Anerkennungskultur sowie die interkulturelle Öffnung von Verwaltungen, Verbänden und Vereinen voranzubringen“, erläuterten Müller-Klepper und Beuth.

Ebenso wird nach den Worten der Abgeordneten die Förderung niedrigschwelliger innovativer Integrationsprojekte ausgebaut, die von kommunalen, kirchlichen oder gemeinnützigen Trägern durchgeführt werden. Hier werden die Laufzeiten verlängert und die Fördersätze erhöht.

Anerkennung fürs Ehrenamt
„Ein Erfolgsmodell für die Einbindung des bürgerschaftlichen Engagements in die Integrationsarbeit sind die Integrationslotsen. Menschen mit Migrationshintergrund stehen neu Zugewanderten mit Rat und Tat zur Seite. Sie leisten im Rheingau-Taunus eine großartige Arbeit“, lobten Müller-Klepper und Beuth. Das Land fördere den Einsatz der Ehrenamtlichen mit einer Aufwandsentschädigung. Künftig könne für die hauptamtliche Begleitung der Lotsen eine Koordinationspauschale beantragt werden.

Das Land unterstütze aus dem Programm Kommunen, Kirchen und gemeinnützige Träger beim Einsatz und der Qualifizierung von ehrenamtlichen Laiendolmetschern. Ebenso stünden Mittel für Mikroprojekte von Migrantenorganisationen bereit. Die Städte und Gemeinden im Kreis könnten eine Förderung für die Entwicklung einer örtlichen Integrationsstrategie beantragen, was beispielsweise von Eltville, Geisenheim und Niedernhausen bereits genutzt worden sei.

Projekte für Frauen und Jugendliche
„‘WIR‘ bietet eine große Bandbreite der Unterstützung bei der praktischen Integrationsarbeit im Rheingau-Taunus“, betonten Müller-Klepper und Beuth. Im Kreis werde das Programm seit seiner Erstauflage im Jahr 2014 rege von den Kommunen, gemeinnützigen und privaten Akteuren für vielseitige Maßnahmen genutzt.

So seien 2020 nicht nur die WIR-Koordinationsstellen in der Kreisverwaltung mit 100.000 Euro gefördert worden, sondern mit insgesamt 48.990 Euro auch drei innovative Projekte, die gezielt die Eingliederung von geflüchteten Frauen und Mädchen in Ausbildung, Arbeit und Gesellschaft unterstützen. Zuvor habe das Land über drei Jahre mit insgesamt 56.600 Euro die Einrichtung des „Jugendparks der Kulturen“ im Ostgarten der Kurfürstlichen Burg Eltville durch die Philipp-Kraft-Stiftung begleitet. Dort sei von Eltviller Jugendlichen, jungen Migranten und Flüchtlinge im interkulturellen Miteinander ein Ort der Begegnung geschaffen worden.

Das Beispiel des Rheingau-Taunus zeige, dass der Ansatz der Landesregierung, strategische Integrationspolitik vor Ort zu stärken und gleichzeitig die Arbeit der Träger und Kommunen zu unterstützen, erfolgreich sei. „Das Programm zeigt positive Wirkung: das Miteinander wird gefördert“, so die Abgeordneten.

Gegen Ausgrenzung und Diskriminierung
Ziel sei, allen Menschen – ob mit oder ohne Migrationshintergrund - eine gleichberechtigte Teilhabe in der Gesellschaft und ein Leben frei von Diskriminierung und Ausgrenzung zu ermöglichen sowie den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. „Gelingende Integration erfordert gleichermaßen Anstrengungen der Migrantinnen und Migranten und der Aufnahmegesellschaft. Für alle gelten dabei die Werteordnung und die Anerkennung sowohl unseres Grundgesetzes als auch unserer Kultur.“

Anträge für neue Projekte mit Start in 2021 können noch bis zum 31. Januar beim Regierungspräsidium Darmstadt eingereicht werden. Die Vordrucke sind im Internet abrufbar unter: www.rp-darmstadt.hessen.de

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