Rheingau-Taunus. Ehrenamtliche Nachbarschaftshelferinnen und – helfer im Rheingau-Taunus können bis zum Jahresende Dienstleistungen bis zur Haustür, die sie für Pflegebedürftige erbringen, bei den Pflegekassen abrechnen. Auf diese geänderte Sachlage macht die Landtagsabgeordnete Petra Müller-Klepper aufmerksam.

„Gerade in diesen Zeiten brauchen viele Pflegebedürftige mehr Hilfe bei Alltagsangelegenheiten. Hessen hat angesichts der Corona-Pandemie die Pflegeunterstützungsverordnung geändert und diese Abrechnungsmöglichkeit eröffnet, um den Einsatz von Nachbarinnen und Nachbarn zu fördern und zu honorieren“, erklärte die CDU-Politikerin. Für diese Unterstützungsleistungen im Alltag stehe jedem Pflegebedürftigen ein Betrag von 125 Euro pro Monat zur Verfügung.

Zu den Dienstleistungen bis zur Haustür zählen insbesondere der Einkauf von Waren des täglichen Lebens, Holen und Bringen der Wäsche von und zur Reinigung, Anlieferung von Speisen, Übernahme von Botengängen, Organisation und Erledigung von Behördengängen und Behördenangelegenheiten und die Organisation erforderlicher Arztbesuche. Im Rheingau-Taunus bestehe Bedarf an diesen Leistungen, die vielerorts allein durch die anerkannten Anbieter nicht abgedeckt werden könnten.

„Diese Dienstleistungen können nun sowohl von bereits anerkannten Anbietern als auch von ehrenamtlichen Personen im Rahmen der Nachbarschaftshilfe erbracht und mit den Pflegekassen abgerechnet werden“, so die Abgeordnete. Es sei kein formales Anerkennungsverfahren der Nachbarschaftshilfe erforderlich. Es genüge die Vorlage aussagekräftiger Abrechnungen bei der Pflegekasse.

Wie bei anderen Ausgaben für Unterstützungsleistungen im Alltag auch, müssten die Ausgaben für Dienstleistungen bis zur Haustür durch den Pflegebedürftigen bei der Pflegekasse nachgewiesen werden, bevor sie ersetzt werden. Dazu haben die Leistungserbringer dem Pflegebedürftigen am Ende jedes Kalendermonats eine Abrechnung zur Vorlage bei der Pflegekasse auszuhändigen. Aus ihr muss hervorgehen, dass sie für Dienstleistungen bis zur Haustür erfolgt sowie Datum und Gegenstand der Leistungserbringung.

Ehrenamtliche Personen, die Dienstleistungen erbringen möchten, müssen aber beachten, dass sie mit der pflegebedürftigen Person nicht verwandt oder verschwägert sind und nicht mit ihr in einer häuslichen Gemeinschaft leben dürfen.

Weitere Informationen unter www.pflege-in-hessen.de/formen-der-pflege/pflege-zuhause/unterstuetzungsleistungen-im-alltag

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