Rheingau. Der Entwurf des neuen Hochwasserrisikomanagement-Plans Rhein, der als Teilgebiet den Rheingau beinhaltet, liegt noch bis 22. Juni 2021 zur Einsicht aus. Hierauf weist die Landtagsabgeordnete Petra Müller-Klepper die Kommunen, Verbände sowie die Bürgerinnen und Bürger in der Region hin. „Noch einen Monat länger – also bis 22. Juli – können im Zuge des Beteiligungsverfahrens der Öffentlichkeit schriftlich Äußerungen vorgebracht werden, die geprüft und gegebenenfalls eingearbeitet werden.“ Die Einsichtnahme könne persönlich beim Regierungspräsidium Darmstadt oder auf elektronischem Wege erfolgen. Für Stellungnahmen stehe online ein Formular bereit.

Mit dem Entwurf würden die Hochwasserrisikomanagement-Pläne für die Teilgebiete des Rheins, die 2015 erstmals erstellt wurden, aktualisiert. „Ziel ist eine weitere Verbesserung des Hochwasserschutzes auch in unserer Region“, erklärte die CDU-Politikerin. Neu sei, dass es nun nicht mehr 26 eigenständige Teilpläne gebe. „Um das Hochwasserrisikomanagement im Vergleich zur Erstaufstellung noch enger zu koordinieren, gibt es aufgrund eines Beschlusses des Rhein-Rates zum ersten Mal einen gemeinsamen, länderübergreifenden Plan für das gesamte deutsche Rheineinzugsgebiet – den ‚Hochwasserrisikomanagement-Plan Rhein 2021 bis 2027‘.“

Das Land habe durch die Überarbeitung der bisherigen Pläne für den hessischen Flussabschnitt seinen Beitrag zu diesem Werk geleistet. Der Rhein in Hessen sei in Umsetzung der europäischen Richtlinie für die Bewertung und das Management von Hochwasserrisiken in Gebieten mit signifikantem Risiko 2011 als Risikogebiet eingestuft worden. Der Rheingau weise 21 Brennpunkte auf, wo ein potentiell signifikantes Hochwasserrisiko bestehe.

Neben dem eigentlichen Plan, der eine Bewertung und Beschreibung der Hochwassergefahr und die Risikomanagementplanung enthalte, seien auch der Umweltbericht und die Hochwassergefahrenkarten mit den Angaben, wo das Hochwasser bei welchem Ereignis wie hoch anstehen werde, ausgelegt. Ebenso könnten die Hochwasserrisikokarten mit den Angaben, welche Schutzgüter bei Hochwasser betroffen sein werden, eingesehen werden. Die Ergänzungsberichte zu den bisherigen Teilplänen dokumentierten die Veränderungen und den Umsetzungsstand der Maßnahmen aus dem ersten Zyklus.

Aktionsprogramm für besseren Hochwasserschutz
Aufgabe und Ziel des Hochwasserrisikomanagements-Plans, der alle sechs Jahre weiterentwickelt werde, sei es, hochwasserbedingte nachteilige Folgen für vier „Schutzgüter“ zu verringern: für den Menschen – insbesondere seine Gesundheit, aber auch seine Lebensqualität, für die Umwelt, das Kulturerbe sowie wirtschaftliche Tätigkeiten und Sachwerte. Bei der Fortschreibung würden erzielte Fortschritt erfasst und der künftige Handlungsbedarf festgelegt.

„Auf der Basis der Bewertung des Hochwasserrisikos wird ein Maßnahmenkatalog sowie eine Zeitschiene für die Umsetzung vorgelegt. Dabei geht es um die Vermeidung von Risiken, den Schutz vor Hochwasser, die Vorsorge vor Hochwasserschäden sowie die Wiederherstellung und Regeneration nach Hochwasserereignissen“, verdeutlichte Petra Müller-Klepper. Die Palette der möglichen konkreten Schritte reiche von der verbesserten Flächenvorsorge durch Berücksichtigung der Hochwasserrisiken in der räumlichen Planung über eine hochwasserangepasste Bauweise und den Objektschutz an Gebäuden bis hin zu Infrastruktureinrichtungen, die Wiedergewinnung von natürlichen Rückhalteflächen, Regenwassermanagement und Verbesserung des Abflussvermögens in gefährdeten Bereichen. Auch die Optimierung des Krisenmanagements durch Vorhersagen, Alarm- und Einsatzplanung und eine verbesserte Absicherung finanzieller Schäden würden in den Blick genommen.

Der Entwurf des Planes sowie das Formular für Stellungnahmen ist auf der Homepage des Regierungspräsidiums Darmstadt (https://rp-darmstadt.hessen.de/) in der Rubrik „Presse“ unter „Öffentliche Bekanntmachungen“ zum Download eingestellt. Termine für eine persönliche Einsichtnahme am Standort Wiesbaden können telefonisch vereinbart werden (0611-3309-2220). Äußerungen können darüber hinaus per Mail erfolgen an HWRMPRhein@rpda.hessen.de oder über das Kontaktformular https://rp-darmstadt.hessen.de/kontakt

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