Rheingau-Taunus. Am 1. August startet im Rheingau-Taunus offiziell das neue Kindergartenjahr. Die Kitas und Tagespflegepersonen im Kreis erhalten dann eine verbesserte Finanzausstattung durch das Land. „Das neue Gute-Kita-Paket des Landes sorgt dafür, dass für die Unterstützung des laufenden Betriebs so viel Geld wie noch nie in die 17 Städte und Gemeinden im Rheingau-Taunus fließen wird. Wir haben die Mittel für die Kinderbetreuung in den Einrichtungen und bei Tagespflegepersonen massiv aufgestockt“, erklärte die Landtagsabgeordnete Petra Müller-Klepper.

Das Maßnahmenpaket sei noch rechtzeitig vor den Sommerferien vom Landtag durch eine Änderung des Hessischen Kinder- und Jugendhilfegesetzbuches beschlossen worden und werde nun seine Wirkung entfalten. „Ziel ist es, die Qualität der Betreuung durch eine erhöhte Personalausstattung weiter zu verbessern, damit allen Kindern eine optimale frühkindliche Bildung zuteil wird. Zugleich wollen wir den Ausbau der Kapazitäten fördern, damit Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtert wird“, betonte die CDU-Politikerin.

Die Grundpauschalen, die das Land für jedes betreute Kind im Kreis gestaffelt nach der Zahl der Betreuungsstunden zahlt, werden um gut 40 Prozent erhöht, so die Abgeordnete. Dies gelte sowohl für Kinder unter drei Jahre, wo der Rheingau-Taunus-Kreis mit 44 Prozent eine hohe Versorgungsquote aufweise, als auch für Kinder von drei Jahren bis zum Schuleintritt, bei denen der Kindertagesstätten-Entwicklungsplan 2019 – 2021 des Kreises eine bereinigte Versorgungsquote mit Betreuungsplätzen von 93,5 Prozent ausweise. Für längere Öffnungszeiten werde eine zusätzliche Förderkategorie eingeführt. Auch die Pauschalen, die pro Kind für die Betreuung in der Kindertagespflege den Tagesmüttern und –vätern gezahlt werden, seien deutlich angehoben worden.

„Zusätzlich werden besonders geforderte Kitas noch stärker unterstützt“, erläuterte Petra Müller-Klepper. Die so genannte Schwerpunktpauschale, die Kitas mit einem hohen Anteil von Kindern aus Familien, die einkommensschwach sind oder in denen nicht vorwiegend deutsch gesprochen wird, zusätzlich erhalten, steige. Das Gleiche gelte für die Landesförderung, die Kitas bekommen, in denen Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam betreut werden.

Mehr Personal – Ausgleich vom Land

Mit der Gesetzesänderung gelten zudem ab 1. August 2020 in den Kitas im Rheingau-Taunus wie in ganz Hessen neue Mindestpersonalstandards. „Die Berechnung des Personalbedarfs ist so verändert worden, dass mehr Personal zur Verfügung stehen wird. Es bleibt mehr Zeit für die Betreuung der Kinder. Das Land leistet hierfür einen finanziellen Ausgleich im Wege einer Pauschale“, führte Petra Müller-Klepper aus. Die Kitaleitung habe künftig mehr Zeit für Leitungsaufgaben, wie beispielsweise Personalführung, Elterngespräche und inhaltliche Steuerung der Kita. Hierfür werde sie für 20 Prozent ihrer Arbeitszeit freigestellt.

Zudem werde der für Krankheit, Urlaub oder Fortbildungen vorgesehene Anteil in der Berechnung des Personalbedarfs auf 22 Prozent erhöht. „Der Personalzuschlag für die so genannten Ausfallzeiten wird angehoben. Damit verbessert das Land die Fachkraft-Kind-Relation, also den Personalschlüssel. Es entstehen bessere Arbeitsbedingungen für Erzieherinnen und Erzieher, was den Beruf attraktiver macht.“ Mit einer Fachkräfteoffensive sorge das Land parallel dafür, dass mehr Erzieherinnen und Erzieher ausgebildet würden. So fördere man unter anderem bis zu 1.200 Plätze in der dualisierten Form der Ausbildung, bei der von Anfang an Praxis und Theorie verknüpft würden und den Auszubildenden eine Vergütung gezahlt werde.

Mit dem hessischen Gute-Kita-Paket knüpfe das Land an die bestehende sechsstündige Gebührenfreiheit an, die in der vergangenen Legislaturperiode beschlossen wurde. „Wir setzen den Dreiklang von Platzausbau, Beitragsfreiheit und Qualitätsverbesserungen fort. Dafür investieren wir mit dem Rekordwert von einer Milliarde Euro so viel wie noch nie in die frühkindliche Bildung“, betonte Petra Müller-Klepper. Neben der Betriebskostenförderung unterstütze das Land die Kommunen mit einem Bauprogramm, das 142 Millionen Euro umfasse, bei der Schaffung neuer Betreuungsplätze durch Neubau, Ausbau und Sanierung. „Für Projekte im Rheingau-Taunus steht ein Förderkontingent von 4.360.900 Euro zur Verfügung.“

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