Rheingau. Die Landesregierung hat für Trauben, Most, Jungwein und Wein des Jahrgangs 2020 in den hessischen Weinanbaugebieten – dem Rheingau und der Bergstraße - die Säuerung erlaubt. Wie die Landtagsabgeordnete Petra Müller-Klepper mitteilt, hat das zuständige Dezernat Weinbau des Regierungspräsidiums Darmstadt eine entsprechende Allgemeinverfügung erlassen, die mit der Bekanntmachung im Staatsanzeiger am 31. August 2020 in Kraft gesetzt wurde.

„In einem Jahr mit außergewöhnlichen Witterungsverhältnissen kann die Säuerung zugelassen werden. Dies ist 2020 der Fall. Die Vegetationsperiode und die bisherige Reifephase waren erneut durch hohe Temperaturen und eine enorme Trockenheit gekennzeichnet. Daher ist der Jahrgang 2020 geprägt durch geringe Säurewerte und vergleichsweise hohe pH-Werte. Dies stellt ein hohes mikrobiologisches Risiko bei der Weinbereitung dar“, erklärte die CDU-Politikerin. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung sei dem Antrag, den der Rheingauer Weinbauverband und der Weinbauverband der Hessischen Bergstraße gestellt haben, unbürokratisch entsprochen worden.

„Durch eine frühzeitige Säuerung bereits im Maische- und Moststadium lässt sich durch die Absenkung des pH-Wertes das mikrobiologische Risiko während der Weinbereitung deutlich reduzieren. Unerwünschte Mikroorganismen werden in der Vermehrung gehemmt. Damit wird die Qualität des geernteten Lesegutes und der daraus gewonnenen Erzeugnisse gesichert“, zitiert die Abgeordnete aus der Begründung des Weinbauamts für seine Entscheidung.

Bei einem niedrigeren pH-Wert erhöhe sich zudem die Wirksamkeit der schwefligen Säure und die Einhaltung der Grenzwerte sei eher möglich. Um diesen Schutz bereits während der Weinbereitung nutzen zu können, sei die Zulassung der Säuerung erforderlich.

Bewährt hat sich nach Ansicht von Petra Müller-Klepper die Erlaubnis zur Säuerung auf dem Wege der Allgemeinverfügung. „Dieses Verfahren ist eine wesentliche Erleichterung.“ Es basiere auf der Ausführungsverordnung zum Weinrecht und zur Reblausbekämpfung, die das Land 2015 erlassen habe. Der Verwaltungsaufwand sei dadurch erheblich reduziert worden.

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