Rheingau-Taunus. Das Förderprogramm „Sport und Flüchtlinge“ des Landes Hessen wird im Rheingau-Taunus-Kreis weiter rege genutzt. „In sechs Städten und Gemeinden wird der Einsatz von so genannten Sport-Coaches gefördert, die im Ehrenamt als Betreuer und Koordinatoren Flüchtlingen den Weg in die Sportvereine eröffnen. Die integrative Kraft des Sports wird genutzt und gestärkt. Er hilft Zugewanderten, sich einzuleben und Teil der Gemeinschaft zu werden“, erklärten die Landtagsabgeordneten Peter Beuth und Petra Müller-Klepper.

In diesem Jahr fließen aus dem Programm 46.800 Euro in den Rheingau-Taunus. Sie verteilen sich wie folgt: Bad Schwalbach 10.800 Euro, Heidenrod 6.000 Euro, Lorch 6.000 Euro, Oestrich-Winkel 6.000 Euro, Taunusstein 13.800 Euro, Waldems 6.000 Euro. Für die Höhe der Bewilligung ist jeweils die Zahl der untergebrachten Flüchtlinge ausschlaggebend. Den sechs Kommunen sind insgesamt 1.048 Flüchtlinge zugewiesen.

„Der Rheingau-Taunus ist seit dem Start des Programms 2016 mit dabei. Durch die Sport-Coaches ist mit Hilfe des Landes eine Unterstützungsstruktur im Kreis etabliert worden“, betonten die Abgeordneten. „Sie stellen den Kontakt zwischen Sportvereinen, Asylbetreuung, Flüchtlingsunterkünften und Flüchtlingen her.“ Für diese Netzwerkarbeit werden sie von der Sportjugend Hessen geschult. Durch die Möglichkeit der finanziellen Unterstützung der Sport-Coaches und von Sportangeboten werde das Ehrenamt entlastet und zugleich gefördert.

Da viele Flüchtlinge und Menschen mit Migrationshintergrund mittlerweile seit mehreren Jahren in Hessen leben, wurde das Programm um eine zweite Säule erweitert: die Sport-Coach-Tandems, also Duos mit und ohne persönliche Zuwanderungsgeschichte. Sie sollen Flüchtlinge nicht nur in das Vereinsleben einbinden, sondern auch für ehrenamtliches Engagement gewinnen. Bisher gibt es in Hessen 79 Sport-Coach-Tandems. „Der Rheingau-Taunus ist dabei – mit je einem Tandem in Bad Schwalbach und Taunusstein“, so Beuth und Müller-Klepper.

Sportkreis landesweit Vorreiter
„Der Sportkreis Rheingau-Taunus hat landesweit als Vorreiter fungiert, indem er bereits frühzeitig Integrationsaktivitäten wie das Projekt ‚GIB – Gemeinsam Integration bewegen‘ ins Leben gerufen hat. Das Modell der Sport-Coaches ist ein weiterer Baustein, der sich bewährt hat“, lobten die Abgeordneten. Sie dankten dem Sportkreis und den Sportvereinen im Rheingau-Taunus für ihre Integrationsarbeit, mit der sie vor Ort wirkungsvoll und unbürokratisch Hilfe leisteten.

Das Landesprogramm wird 2021 fortgeführt. Es ist erneut mit 2,4 Millionen Euro ausgestattet. Anträge können bis 30. April gestellt werden.

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