Rheingau. Das Land baut die Steillagenförderung in den beiden hessischen Weinbaugebieten – dem Rheingau und der Bergstraße – weiter aus. „In diesem Jahr sind 554.240 Euro an Fördermitteln zur Unterstützung der umweltschonenden Bewirtschaftung der Steillagen ausbezahlt worden – 11.317 Euro mehr als 2018. In den kommenden Jahren ist mit einer weiter steigenden Fördersumme zu rechnen. Wir tragen damit der Nachfrage nach dem Förderprogramm Rechnung, die grundsätzlich weiter positiv ist“, teilte die Landtagsabgeordnete Petra Müller-Klepper mit. Hiermit dokumentiere die Landesregierung, dass sie in der Förderung der Steillagen ein besonderes Anliegen mit hohem Stellenwert sehe.

Wie die Abgeordnete auf ihre Anfrage von Priska Hinz, der für den Weinbau zuständigen Ministerin erfahren hat, fließt 2019 von den 554.240 Euro, die das Land Hessen zur Verfügung stellt, wie in den Vorjahren der Löwenanteil in den Rheingau – nämlich 482.923 Euro. „Es werden damit eine Weinbergsfläche von rund 290 Hektar, bei denen die Bewirtschaftung durch Stützmauern, Böschungen und Raine sowie eine starke Hangneigung erschwert wird, und 112 Winzerbetriebe im Rheingau gefördert.“ Die Langzeitbetrachtung zeige, dass die Fördersumme für den Rheingau kontinuierlich gestiegen sei: 1990 habe sie 41.123 Euro betragen, im Jahr 2004 erstmals die 400.000 Euro überstiegen, nun nähere sie sich der Grenze von einer halben Million Euro, die perspektivisch im kommenden Jahr überschritten werde.

Förderfläche kontinuierlich gestiegen
Mit der Steillagenförderung leistet die Landesregierung nach den Worten der weinbaupolitischen Sprecherin der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag einen wichtigen und wirkungsvollen Beitrag, dass die Bewirtschaftung der Hanglagen, die arbeits- und kostenintensiv ist, fortgesetzt und somit ein wesentliches Element der Rheingauer Kulturlandschaft bewahrt werde. „Die Steillagen sind ein prägendes Element im Landschaftsbild, das nicht verloren gehen darf. Die Fördermaßnahme der Landesregierung greift und ist eine wichtige Schützenhilfe. Dies zeigt die Entwicklung seit 1999: Die geförderte Rebfläche ist kontinuierlich gestiegen“, so Petra Müller-Klepper. 1999 wurden 106 Hektar Steillagen im Rheingau vom Land gefördert, 2000 waren es bereits 143 Hektar, 2004 202 Hektar. 2018 wurden 282 Hektar gefördert, so dass mit der Fläche von 290 Hektar in diesem Jahr nochmals ein weiterer Anstieg erreicht wird.

„Schwerpunkte der Steillagenförderung im Rheingau sind Rüdesheim und Assmannshausen, Lorch und Lorchhausen, Rauenthal, Martinsthal und Kiedrich“, so die Landtagsabgeordnete. Die Steillagenförderung sei auch ein wesentliches Element für den Erhalt des Welterbes Oberes Mittelrheintal. Die Winzer, die in den Rheingauer Kommunen zuhause sind, bewirtschafteten insgesamt gut 246 Hektar der geförderten Steillagen. Die übrigen rund 44 Hektar gehörten zur Betriebsfläche von Betrieben, die ihren Sitz in Wiesbaden und im Main-Taunus-Kreis haben.

Die Betriebe, die das Landesprogramm nutzen, müssen sich nach Angaben der Abgeordneten für einen fünfjährigen Zeitraum verpflichten, die „Grundsätze der umweltschonenden Bewirtschaftung für den Erhalt des Weinbaus in Steillagen“ einzuhalten. Die Förderung gleiche einen Teil der wirtschaftlichen Nachteile der Steillagen aus. Zugleich werde es ermöglicht, einen Beitrag zur biologischen Vielfalt, zum Wasser-, Boden- und Klimaschutz sowie Erhalt der Kulturlandschaft zu leisten.

Programm-Fortführung gesichert
Die Fördersätze seien von der durchschnittlichen Hängigkeit der jeweiligen Verpflichtungsfläche abhängig. So werde bei einer über 30prozentigen Steigung für nicht flurbereinigte Flächen ein Betrag von 1.500 Euro je Hektar gezahlt, bei über 40 Prozent 1.900 Euro und bei einer über 45prozentigen Hängigkeit der Höchstbetrag von 2.300 Euro.

Für die kommende Förderperiode 2020-2024 werde für den Rheingau ein weiterer Anstieg der zu fördernden Fläche auf 296 Hektar und der jährlichen Fördersumme auf rund 520.000 Euro erwartet. Rechne man die Steillagen an der Bergstraße hinzu, sei von einer Erhöhung des Gesamtförderbetrags für die beiden hessischen Weinanbaugebiete auf knapp 600.000 Euro auszugehen. „Die Fortführung des Programms ist in entsprechender Höhe vorgesehen“, kündigte Petra Müller-Klepper an. Die Neugestaltung der EU-Förderung für die Agrarpolitik, die in der Erarbeitung sei, habe keinerlei Auswirkungen auf die Förderung der Steillagen in Hessen. „Denn das Steillagen-Programm wird komplett vom Land finanziert.“

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