Rheingau-Taunus. Aus dem neuen Darlehensprogramm „Hessen-Mikroliquidität“, das vom Land zu Beginn der Corona-Krise aufgelegt worden ist, sind bereits 5.035.000 Euro in den Rheingau-Taunus geflossen. Dies teilen die Landtagsabgeordneten Petra Müller-Klepper und Peter Beuth mit.

„Das Programm hilft zu günstigen Konditionen. Es schafft kleinen Betrieben und Solo-Selbständigen unbürokratisch und schnell zusätzliche Liquidität und ist eine wirkungsvolle Ergänzung zur Soforthilfe, um die schwierige Zeit zu überstehen“, erklärten die CDU-Politiker. Aus dem Kreisgebiet wurden bisher 169 Anträge positiv beschieden. Weitere können gestellt werden.

Hessen-Mikroliquidität stellt Unternehmen mit maximal 50 Beschäftigten Darlehen von 3.000 Euro bis zur Höchstsumme von 35.000 Euro zu einem Zinssatz von 0,75 Prozent zur Verfügung - ohne weitere Gebühren oder Kosten. Es sind zudem keine banküblichen Sicherheiten nötig. Finanziert werden können Betriebsmittel, auch Mieten, Löhne, Zinsen, Tilgungen, aber keine Neuinvestitionen.

Die Laufzeit der Förderdarlehen beträgt 7 Jahre bei 2 tilgungsfreien Jahren. Bei Bedarf kann der Kredit zum Teil in einen verlorenen Zuschuss umgewandelt werden. Die WIBank kann einen Verzicht auf Rückzahlung von Teilbeträgen von bis zu 50 Prozent des Darlehens im Laufe des Jahres 2021 aussprechen. Voraussetzung ist, dass die Kreditnehmenden durch Vorlage ihrer Steuerbescheide für das Jahr 2020 Geschäftsunterbrechungen und Umsatzausfälle von nicht geringer Höhe und Dauer nachweisen, diese sich aus der Corona-Krise zwingend ergeben haben und die wirtschaftliche Situation der Kreditnehmenden einen entsprechenden Verzicht erfordert.

Überlebenshilfe für kleine Unternehmen

„‘Hessen-Mikroliquidität‘ ist ein unkomplizierter Direktkredit, der sich als flexibles und erfolgreiches Instrument erwiesen hat. Die Nachfrage ist hoch, die Hilfe kommt an. Deshalb wird das Programm fortgeführt und ausgebaut. Es ist ein wichtiger Teil des Netzes, das Bund und Land für unsere Wirtschaft und die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Krise spannen“, so Müller-Klepper und Beuth. Das ursprüngliche Förderbudget von 174 Millionen Euro sei mit dem ersten Hilfspaket aus dem gebildeten Corona-Sondervermögen um weitere 150 Millionen Euro aufgestockt worden.

Landesweit wurden zwischenzeitlich aus dem Programm bereits Darlehen in Höhe von rund 185 Millionen Euro bewilligt. „Der durchschnittlich bewilligte Darlehensbetrag liegt bei 29.725 Euro. Fast drei Viertel der Anträge sind von Unternehmen mit 1 bis 5 Mitarbeitenden gestellt worden. Dies zeigt, dass das Programm die Zielgruppe erreicht, nämlich die Kleinstunternehmen und Solo-Selbständigen.“ Vorwiegend seien die Kredite an Betriebe aus den Bereichen Gastronomie, Einzelhandel und persönliche Dienstleistungen ausbezahlt worden.

Die Hessen-Mikroliquiditäts-Darlehen werden in einem zweistufigen Verfahren bearbeitet. Die Antragsstellung erfolgt über ein Online-Portal und in der Regel über die Kooperationspartner des Programms, die Ansprechpartner für die Betriebe sind. Für den Rheingau-Taunus sind dies die IHK Wiesbaden und die Handwerkskammer Wiesbaden. Im ersten Schritt plausibilisieren die Kooperationspartner die Angaben der Antragstellenden und leiten dann den Antrag an die WIBank weiter. Das Förderprogramm ist zunächst befristet bis zum 31.12.2020.

Soforthilfe-Programm abgeschlossen

Wie Müller-Klepper und Beuth mitteilen, ist das Corona-Soforthilfeprogramm des Landes Hessen für kleine Unternehmen und Freiberufler mit bis zu 50 Beschäftigten mittlerweile abgeschlossen. Es habe sich als große Hilfe erwiesen. Die endgültigen Förderzahlen weisen aus, dass 33.376.978 Euro als nicht-rückzahlbare Zuschüsse in den Rheingau-Taunus-Kreis geflossen sind. Aus der Region wurden 4.673 Anträge gestellt.

Unter allen Hilfsprogrammen sei die Soforthilfe am meisten nachgefragt worden. „Die Gelder waren dringend notwendig und sind gut angelegt. Die Soforthilfe war ein Beitrag, um Unternehmen zu retten und Ausbildungs- und Arbeitsplätze zu sichern. Sie hat ihrem Namen alle Ehre gemacht“, so die Abgeordneten. Landesweit wurden in Hessen 952 Millionen Euro an Unternehmen ausbezahlt – im Durchschnitt waren es 9.000 Euro. Insgesamt wurden 134.600 Anträge gestellt.

Um Liquiditätsengpässe abzufedern, habe das Land seit Beginn der Corona-Krise Unterstützung für hessische Unternehmen in Höhe von insgesamt 6,6 Milliarden Euro in Form von Zuschüssen, Darlehen, Bürgschaften und steuerlichen Erleichterungen bereitgestellt. „Damit die Herausforderungen und Auswirkungen der Corona-Pandemie bewältigt werden, muss es auch künftig Hilfsprogramme für die Wirtschaft, Kultur, das Vereinswesen und soziale Leben geben. „Mit dem Sondervermögen, das der Landtag beschlossen hat, ist die Grundlage für weitere Hilfspakete geschaffen, damit wir in Hessen gut durch die Krise kommen“, betonten die Abgeordneten.

Nähere Informationen zum Programm „Hessen-Mikroliquidität“ unter: https://www.wibank.de/wibank/hessen-mikroliquiditaet/hessen-mikroliquiditaet-522074

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